Fed-Zinssenkungen: Händler senken Erwartungen nach starkem Arbeitsmarktbericht
Überraschend robuste US-Jobdaten dämpfen Hoffnungen auf baldige Zinswende der Federal Reserve

Händler an den US-Terminmärkten haben ihre Erwartungen für Zinssenkungen der Federal Reserve deutlich zurückgeschraubt. Auslöser war ein überraschend starker Arbeitsmarktbericht, der am Mittwoch veröffentlicht wurde und zeigte, dass US-Arbeitgeber im vergangenen Monat mehr Stellen geschaffen haben als von Analysten erwartet.
Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung bis April ist praktisch vom Tisch. Marktteilnehmer bewerten die Chance auf eine Senkung des US-Leitzinses zu diesem Zeitpunkt nur noch mit eins zu fünf – vor Veröffentlichung der Jobdaten lag die Wahrscheinlichkeit noch bei etwa zwei zu fünf. Diese drastische Neubewertung spiegelt die Stärke des amerikanischen Arbeitsmarktes wider.
Auch für den Juni, den nächsten wahrscheinlichen Termin für eine Zinswende, haben sich die Erwartungen verschoben. Obwohl eine Zinssenkung im Sommer nach wie vor als wahrscheinlichstes Szenario gilt, sehen Händler nun eine Chance von fast 40 Prozent, dass die Fed ihren Leitzins auch zu diesem Zeitpunkt unverändert lässt. Vor dem Arbeitsmarktbericht lag diese Wahrscheinlichkeit noch bei etwa 25 Prozent.
Robuster Arbeitsmarkt verzögert Zinswende
Die Futures auf kurzfristige US-Refinanzierungskosten gelten als wichtiger Indikator für die Zinserwartungen der Märkte. Die aktuellen Preisbewegungen zeigen, dass Investoren mit einer längeren Phase restriktiver Geldpolitik rechnen. Ein starker Arbeitsmarkt gibt der Federal Reserve weniger Anlass, die Zinsen zu senken, da dies typischerweise auf eine robuste Wirtschaft hindeutet.
Für deutsche Anleger sind diese Entwicklungen von besonderer Bedeutung, da die Geldpolitik der Fed auch die europäischen Märkte und den Euro-Dollar-Wechselkurs beeinflusst. Höhere US-Zinsen machen Dollar-Anlagen attraktiver und können zu Kapitalabflüssen aus Europa führen.
