Fed-Zinsdebatte, PepsiCo-Zahlen und Mall-Aktien im Fokus der US-Märkte
Das Fed-Protokoll deutet auf eine weitere Zinserhöhung hin, während Optionshändler Karsan vor bröckelnden Märkten warnt.

Der tägliche Newsletter "Stocks @ Night" von CNBC liefert nach Börsenschluss einen ersten Blick auf die kommende Handelssitzung und einen letzten Rückblick auf den vergangenen Tag. Im Mittelpunkt der aktuellen Ausgabe steht die große Zinsdebatte und die Frage, wann steigende Zinsen den US-Aktienmärkten tatsächlich schaden können. Auslöser der Diskussion ist das am Mittwoch veröffentlichte Protokoll der September-Sitzung der Federal Reserve.
Das Fazit der Notenbank-Protokolle fällt eindeutig aus: Eine weitere Zinserhöhung steht bevor, wahrscheinlich noch vor Jahresende. Die Teilnehmer des Prognosemarkts Kalshi sehen nun eine 76-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Erhöhung bis Ende 2026. Damit bleibt das Zinsthema der bestimmende Faktor für die Aktienmärkte.
Auf der Handelsfläche der Cboe in Chicago richtete der langjährige Optionshändler Cem Karsan in der 14-Uhr-Stunde von "Power Lunch" mit Brian Sullivan eine deutliche Warnung an die Zuschauer: "Wir kommen an die Grenze." Karsan fuhr fort: "Irgendwann werden wir eines Morgens aufwachen und feststellen, dass sich die Anleihen um 20 Basispunkte bewegen und die Dinge wirklich zu bröckeln beginnen." Die Debatte darüber, ab welchem Punkt die Zinsen den Aktienmärkten Schaden zufügen können, begleitete CNBC den ganzen Tag über.
Die Details
Die großen US-Indizes zeigen sich bislang robust. Der S&P 500 erreichte am Dienstag ein Hoch und liegt im laufenden Jahr um etwa 14 Prozent im Plus. Auch der Nasdaq Composite und der Nasdaq-100 markierten am Dienstag Höchststände. Seit Jahresbeginn ist der Nasdaq-100 um 23,4 Prozent gestiegen, der Nasdaq Composite um 18,5 Prozent.
Am Anleihemarkt sieht das Bild anders aus. Die Renditen der US-Anleihen mit einer Laufzeit von 30 Jahren und 10 Jahren erreichten Niveaus, die seit 2002 nicht mehr gesehen wurden. Die Rendite der 2-jährigen Anleihe liegt bei 4,77 Prozent.
Ein weiteres Thema ist die Belastung der Verbraucher durch Zölle. Megan Cassella von CNBC TV berichtet über einen Bericht der Federal Reserve Bank of New York, der zeigt, dass Zölle die Kosten für die Verbraucher in die Höhe treiben. Die vollständige Geschichte wird am Donnerstag veröffentlicht.
Einen ersten Blick darauf, wie es um den Einzelhandel steht, liefern die Aktien der Einkaufszentren – und die Kurstafeln zeichnen ein durchwachsenes Bild. Best Buy liegt 12 Prozent unter dem Höchststand vom Vormonat, die Aktie ist in sechs Monaten um 32 Prozent gestiegen. Dillard's notiert ebenfalls 12 Prozent unter dem Höchststand vom Dezember 2025, die Kurse sind in drei Monaten um etwa 25 Prozent gestiegen. Macy's liegt 14 Prozent unter dem Höchststand vom August, nach einem Plus von 26 Prozent in sechs Monaten. Gap liegt 19 Prozent unter dem Höchststand vom Februar. Kohl's liegt 20 Prozent unter dem im Dezember erreichten Höchststand. Five Below liegt 23 Prozent unter seinem Höchststand vom August. Bath and Body Works liegt 35 Prozent unter dem Höchststand vom Oktober 2025.
Bei PepsiCo stehen die Zeichen auf Belastung: Die Aktie befindet sich auf Tiefs, die seit April 2020 – dem Beginn der Corona-Zeiten – nicht mehr gesehen wurden. Der Getränke- und Snackkonzern gibt die Quartalszahlen vor Börseneröffnung am Donnerstag in der Sendung "Squawk Box" mit Becky Quick, Joe Kernen und Andrew Ross Sorkin bekannt. Die Aktie ist in drei Monaten um fast 15 Prozent gefallen. CEO Ramon Laguarta wird in der 10-Uhr-Stunde in "Squawk on the Street" zu Gast sein.
Ein Medienthema steht ebenfalls an: Die Skydance-Chefs David Ellison und Ynon Kreiz, Co-CEO, werden sich am Donnerstag um 8:45 Uhr live mit CNBCs David Faber verbinden, nachdem ihr Unternehmen zu Beginn der Woche seine Mega-Fusion abgeschlossen hat. Für Skydance lief es zuletzt nicht gut: Die Kurse sind in dieser Woche um 6,4 Prozent gefallen und im Oktober um etwa 14 Prozent. Auch Comcast steht unter Druck: Die Aktie befindet sich nun auf Tiefs, die seit Oktober 2013 nicht mehr gesehen wurden. Comcast beendete die Handelssession am Mittwoch bei $20.94, liegt 36 Prozent unter dem Höchststand vom Februar und ist im Jahr 2026 bisher um 25 Prozent gefallen.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 24.09.2026 berichtete aktien.news, dass die Aktien-Futures in den USA am frühen Donnerstag kaum Bewegung zeigten, nachdem steil steigende Renditen bei US-Staatsanleihen einen breiten Ausverkauf ausgelöst hatten. Damals lagen die S&P-500-Futures 0,31 Prozent im Minus, die Nasdaq-100-Futures rutschten um 0,34 Prozent ab; im regulären Handel des Vortages war der S&P 500 um 0,8 Prozent gesunken, der Nasdaq Composite verlor 1,1 Prozent und beendete damit eine Vier-Tage-Siegesserie. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe stieg seinerzeit auf 5,135 Prozent.
Am 28.09.2026 berichtete aktien.news über die "Top 10 Morning Thoughts on the Market" von CNBC-Moderator Jim Cramer, in deren Zentrum ein historischer Anstieg der Anleiherenditen, ein kräftiger Ölpreissprung und eine dichte Woche mit Wirtschaftsdaten standen. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe handelte am Morgen bei 5,234 Prozent – ein Niveau, das zuletzt Mitte 2007 erreicht wurde.
Am 30.09.2026 berichtete aktien.news erneut aus dem Newsletter "Stocks @ Night": Im Mittelpunkt standen die deutlich gestiegenen Renditen von US-Staatsanleihen, die die Aktienmärkte unter Druck setzten. Für die nächste Sitzung rückten zahlreiche Konjunkturdaten und Quartalszahlen in den Fokus.
Am 01.10.2026 berichtete aktien.news, dass der September für den S&P 500 mit Verlusten geendet hatte und mit dem Donnerstag das vierte Quartal des Jahres 2026 begann. Damals lag der Nasdaq Composite 15,6 Prozent vorn und notierte 1,6 Prozent unter seinem Hoch, der S&P 500 verbuchte ein Plus von 11,8 Prozent und war 2 Prozent vom Hoch entfernt, der Russell 2000 stand 12,7 Prozent im Plus und lag 9 Prozent unter seinem August-Hoch.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger, die in US-Aktien engagiert sind oder dies erwägen, zeigt sich ein Spannungsfeld. Einerseits notieren die großen Indizes auf oder nahe ihren Höchstständen, andererseits warnen Marktbeobachter wie Optionshändler Cem Karsan vor der Belastung durch steigende Anleiherenditen. Die Renditen langlaufender US-Staatsanleihen haben Niveaus erreicht, die seit 2002 nicht mehr gesehen wurden.
Gleichzeitig mehren sich Hinweise, dass Zölle die Kosten für US-Verbraucher erhöhen – ein Faktor, der gerade den Einzelhandel trifft. Die Kursentwicklung der Mall-Aktien von Best Buy über Macy's bis Bath and Body Works zeigt, dass viele dieser Titel deutlich unter ihren jüngsten Höchstständen liegen, obwohl sie zuvor teils kräftig zugelegt hatten. PepsiCo, dessen Aktie auf Tiefs seit April 2020 steht, liefert mit den am Donnerstag anstehenden Quartalszahlen einen konkreten Prüfstein für die Konsumstimmung. Diese Einordnungen sind keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung, sondern eine Zusammenfassung der im Quelltext genannten Datenpunkte.
Ausblick
Für die kommende Sitzung stehen mehrere konkrete Termine fest. PepsiCo legt seine Quartalszahlen vor Börseneröffnung am Donnerstag vor, CEO Ramon Laguarta ist in der 10-Uhr-Stunde in "Squawk on the Street" zu Gast. Die Skydance-Chefs David Ellison und Ynon Kreiz verbinden sich um 8:45 Uhr live mit CNBCs David Faber. Zudem wird der vollständige Bericht der Federal Reserve Bank of New York zu den Zollkosten für Verbraucher am Donnerstag veröffentlicht. Und die Debatte darüber, ab welchem Punkt die Zinsen den Aktienmärkten schaden, dürfte die Märkte weiter begleiten.
Kurz erklärt
- Basispunkt: Kleinste gebräuchliche Maßeinheit für Zinssätze an den Finanzmärkten.
- Rendite: Erträgnis einer Anleihe im Verhältnis zu ihrem Kurs, die mit steigenden Marktzinsen zunimmt.
- Prognosemarkt: Handelsplattform, auf der Teilnehmer auf die Wahrscheinlichkeit künftiger Ereignisse setzen.
Hinweis: CNBC und Kalshi bestehen eine kommerzielle Beziehung, die Kundenakquise und eine Minderheitsbeteiligung umfasst.
