Fed verunsichert Märkte mit vorsichtigen Zinsschritten
Nur zwei Zinssenkungen 2025 geplant, Inflation bleibt zentrales Risiko

Die US-Notenbank Federal Reserve hat mit ihrer jüngsten Zinsentscheidung erhebliche Bewegungen an den Finanzmärkten ausgelöst. Der Dow Jones verlor nach der Ankündigung 2,6 Prozent, der S&P 500 fiel um 2,4 Prozent und der Nasdaq büßte sogar 3,6 Prozent ein. Trotz einer erwarteten Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 4,25 bis 4,5 Prozent reagierten die Märkte negativ auf die angekündigte Zurückhaltung bei weiteren Zinsschritten. Für das Jahr 2025 rechnet die Fed nur noch mit zwei Zinssenkungen, während sie im September noch vier prognostiziert hatte.
Die Entscheidung der Federal Reserve wurde nicht einstimmig getroffen. Beth Hammack, Präsidentin der regionalen Notenbank von Cleveland, sprach sich gegen die Zinssenkung aus und plädierte für eine Beibehaltung des bisherigen Zinssatzes. Fed-Chef Jerome Powell bezeichnete die Entscheidung als „knapp, aber richtig“. Er hob hervor, dass ein zu schnelles Absenken der Zinsen den Fortschritt bei der Inflationsbekämpfung gefährden könnte, während ein zu langsames Vorgehen den Arbeitsmarkt belasten würde.
Die ökonomischen Projektionen der Fed zeigen eine Anpassung der langfristigen Zinserwartungen. Der neutrale Zinssatz wurde von 2,9 Prozent im September auf 3,0 Prozent angehoben. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 2,5 Prozent. Diese Entwicklungen deuten auf ein Umfeld mit anhaltend höherer Inflation und Zinsen hin. Die Inflation lag im November bei 2,7 Prozent und damit über den Prognosen der Fed. Für Ende 2025 wird eine Inflationsrate von 2,5 Prozent erwartet, höher als die bisher angenommenen 2,1 Prozent.
Auch externe Faktoren könnten die wirtschaftliche Lage beeinflussen. Der künftige US-Präsident Donald Trump plant eine protektionistische Zollpolitik sowie umfangreiche Massenabschiebungen, was Ökonomen zufolge die Inflation weiter anheizen könnte. Gleichzeitig hat Trump Steuersenkungen in Aussicht gestellt, die jedoch die ohnehin hohen Staatsverschuldungen der USA weiter erhöhen könnten.
Powell bekräftigte, dass die Fed weiterhin bestrebt sei, die Inflation auf das Zielniveau von zwei Prozent zu senken. Zugleich betonte er die Bedeutung eines stabilen Arbeitsmarktes, der sich seit der Pandemie abgekühlt habe, aber mit einer Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent immer noch relativ robust sei. Marktanalysten gehen davon aus, dass die Fed zunächst weitere Daten abwarten wird, bevor sie ihre nächsten Zinsschritte plant.
