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Fed-Gouverneurin Cook: KI steigert Produktivität, verändert Arbeitsmarkt

Lisa D. Cook sieht enormes Wachstumspotenzial durch KI, warnt aber vor tiefgreifenden Umbrüchen am Arbeitsmarkt.

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Fed-Gouverneurin Cook: KI steigert Produktivität, verändert Arbeitsmarkt

Fed-Gouverneurin Lisa D. Cook hat auf der 42. Jahrestagung der National Association for Business Economics in Washington die wirtschaftlichen Chancen und Risiken künstlicher Intelligenz beleuchtet. KI könne das Produktivitätswachstum erheblich ankurbeln, indem sie Wissen schnell verarbeite und Analysetools einem breiteren Publikum zugänglich mache. Gleichzeitig warnte Cook vor einer erheblichen Umstrukturierung der Arbeitswelt.

Die Gouverneurin verwies auf historische Parallelen: 60 Prozent der heutigen Berufe existierten im Jahr 1940 noch nicht. KI werde voraussichtlich neue Aufgaben und Arbeitsplätze schaffen, die heute noch unvorstellbar seien. Dennoch zeigten sich bereits erste Zeichen eines Wandels – etwa ein Rückgang der Nachfrage nach Programmierern.

Steigende Arbeitslosigkeit unter Hochschulabsolventen

Besonders auffällig ist laut Cook der Anstieg der Arbeitslosenquote unter Hochschulabsolventen. Immer mehr Arbeitgeber setzen KI für Tätigkeiten ein, die bislang von Berufseinsteigern übernommen wurden. Die Gesamtarbeitslosenquote liegt jedoch weiterhin bei moderaten 4,3 Prozent, und die Entlassungszahlen bleiben verhalten.

Cook erklärte, dass eine steigende Arbeitslosigkeit in einem Produktivitätsboom nicht zwingend auf eine zunehmende wirtschaftliche Unterauslastung hindeute. Klassische nachfrageorientierte Geldpolitik könnte KI-bedingte Jobverluste daher kaum abfedern, ohne gleichzeitig den Inflationsdruck zu erhöhen. Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik seien besser geeignet, diese Herausforderungen zu bewältigen.

Höherer neutraler Zinssatz als Folge der KI-Investitionen

Ein weiterer zentraler Punkt in Cooks Analyse betrifft die Investitionsdynamik: KI-bezogene Ausgaben für Rechenzentren und Chips steigen trotz erhöhter Zinssätze stark an. Dies deute darauf hin, dass der aktuelle neutrale Zinssatz – also jener Zins, der weder stimulierend noch bremsend wirkt – höher sein könnte als vor der Pandemie.

Cook räumte ein, dass sich dieser Effekt umkehren könnte, wenn Produktivitätsgewinne durch KI vollständiger realisiert werden oder wenn der Arbeitsmarktwandel zu wachsender Einkommensungleichheit führt. Für die US-Notenbank bedeutet dies eine komplexe Abwägung zwischen Inflationsbekämpfung und Beschäftigungsstabilität – eine Herausforderung, die auch für europäische Zentralbanken zunehmend relevant wird.

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