Hegseth setzt Anthropic Freitags-Frist für KI-Sicherheitslockerungen
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth erhöht den Druck auf das KI-Unternehmen Anthropic in einem wegweisenden Streit.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat dem KI-Unternehmen Anthropic eine Frist bis Freitag gesetzt. Das Unternehmen soll bis dahin von bestehenden Sicherheitsvorkehrungen für seine militärisch genutzten Produkte abrücken. Dies berichtete das amerikanische Nachrichtenportal Axios am Dienstag.
Der Konflikt zwischen dem Pentagon und Anthropic schwelt bereits seit Wochen. Reuters hatte exklusiv berichtet, dass das US-Verteidigungsministerium große KI-Unternehmen wie OpenAI und Anthropic unter Druck setzt. Konkret geht es darum, ihre KI-Tools in geheimen Netzwerken ohne die üblichen Nutzungsbeschränkungen bereitzustellen.
Anthropics KI-Modell Claude steht dabei besonders im Fokus. Das Unternehmen beharrt darauf, bestimmte Einschränkungen bei der militärischen Nutzung seiner Modelle beizubehalten – ein Standpunkt, der das Pentagon offenbar zunehmend ungeduldig macht.
Drohende Konsequenzen für Anthropic
Die Situation hat sich zuletzt weiter zugespitzt. Axios berichtete ebenfalls im Februar, dass das Pentagon erwogen habe, die Zusammenarbeit mit Anthropic vollständig zu beenden. Hintergrund sei das Beharren des Unternehmens auf seinen Sicherheitsrichtlinien.
Der Fall verdeutlicht einen grundsätzlichen Konflikt in der KI-Branche. Auf der einen Seite stehen staatliche Sicherheitsinteressen und militärische Anforderungen, auf der anderen Seite die ethischen Leitlinien der KI-Entwickler. Für Anthropic, das als eines der sicherheitsbewusstesten KI-Unternehmen der Branche gilt, steht dabei auch die eigene Glaubwürdigkeit auf dem Spiel.
Die Entscheidung des Unternehmens bis Freitag könnte weitreichende Folgen für die gesamte KI-Branche haben und als Präzedenzfall für den Umgang mit staatlichen Anforderungen an KI-Sicherheitsstandards gelten.
