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Fed-Direktorin Paulson: Zinserhöhungen einzukalkulieren ist „gesund"

Philadelphia-Fed-Chefin Anna Paulson hält Szenarien für weitere Zinserhöhungen für legitim – trotz aktuell angemessener Geldpolitik.

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Fed-Direktorin Paulson: Zinserhöhungen einzukalkulieren ist „gesund"

Anna Paulson, Präsidentin der Federal Reserve Bank of Philadelphia, hat am Dienstag auf der Financial Markets Conference 2026 in Amelia Island, Florida, klare Worte zur US-Geldpolitik gefunden. Sie bezeichnete es als „gesund", wenn Marktteilnehmer Szenarien einkalkulieren, in denen die US-Notenbank die Zinsen erneut anheben müsse. Gleichzeitig betonte sie, die aktuelle Geldpolitik sei ausreichend restriktiv.

„Ich halte es für gesund, dass die Marktteilnehmer Szenarien berücksichtigt haben, in denen der Leitzins über einen längeren Zeitraum unverändert bleibt, sowie Szenarien, in denen eine weitere Straffung erforderlich wird", sagte Paulson in ihrer Rede. Dennoch beschrieb sie die Haltung der Fed als „leicht restriktiv" und derzeit ausreichend, um den Inflationsdruck einzudämmen und gleichzeitig einen stabilen Arbeitsmarkt zu gewährleisten.

Inflation bleibt hartnäckig hoch

Die Inflationsdaten, die Paulson präsentierte, unterstreichen die Herausforderungen für die Fed. Die PCE-Gesamtinflation – das bevorzugte Inflationsmaß der US-Notenbank – stieg von 2,6 % im Januar 2025 auf 3,5 % im März 2026. Die Kerninflation, die volatile Energie- und Lebensmittelpreise ausklammert, lag zuletzt bei 3,2 % – und damit deutlich über dem Fed-Ziel von 2 %.

Besonders besorgniserregend: Die Benzinpreise sind seit Jahresbeginn um mehr als 50 % gestiegen, was die Haushalte spürbar belastet. Paulson nannte steigende Energiekosten im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt sowie Zölle und Lieferunterbrechungen als wesentliche Aufwärtsrisiken für die Preisentwicklung. Diese externen Faktoren erschweren der Fed die Steuerung der Inflation erheblich.

Markterwartungen drehen sich drastisch

Paulsons Aussagen fallen in eine Phase, in der Anleger ihre Zinssenkungserwartungen für 2026 massiv zurückgeschraubt haben. Hatten die Märkte zuvor noch mit rund drei Zinssenkungen in diesem Jahr gerechnet, preisen sie nun zunehmend die Möglichkeit einer Zinserhöhung ein. Dieser Stimmungsumschwung spiegelt die hartnäckigen Inflationsdaten und den Anstieg der Ölpreise wider.

Für deutsche Anleger ist diese Entwicklung von besonderer Bedeutung: Ein höheres US-Zinsniveau beeinflusst Kapitalströme, Wechselkurse und die globalen Finanzmärkte insgesamt. Steigende US-Zinsen können den Dollar stärken und Druck auf Schwellenländer sowie exportorientierte Volkswirtschaften wie Deutschland ausüben.

Arbeitsmarkt bleibt widerstandsfähig

Trotz der Inflationssorgen zeigte sich Paulson beim Thema Arbeitsmarkt verhalten optimistisch. Die Arbeitslosenquote verharrt mit 4,3 % nahe historisch niedrigen Niveaus, was die Fed in ihrer abwartenden Haltung bestärkt. Paulson räumte jedoch ein, dass wachsende Besorgnis über Arbeitsplatzverluste im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz und geopolitischer Unsicherheit den Ausblick trüben.

Zinssenkungen kämen erst dann in Betracht, wenn die Fed „nachhaltige Fortschritte" in Richtung ihres Inflationsziels von 2 % sehe, betonte Paulson abschließend. Angesichts einer Gesamtinflation von 3,5 % scheint dieser Punkt noch in weiter Ferne zu liegen – und die Debatte über mögliche Zinserhöhungen gewinnt an Substanz.

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