Fed Beige Book: Zolldruck steigt – Unternehmen geben Kosten weiter
Die US-Wirtschaft zeigt laut Fed eine leichte Verbesserung, doch der Zolldruck belastet zunehmend. Erste Unternehmen reichen höhere Kosten an Verbraucher weiter.

Die US-Wirtschaft hat sich in den vergangenen Wochen leicht erholt, steht aber gleichzeitig unter zunehmendem Kostendruck durch Zölle. Dies geht aus dem aktuellen Beige Book der Federal Reserve hervor, das am Mittwoch veröffentlicht wurde. Der Konjunkturbericht basiert auf Informationen der zwölf regionalen Fed-Banken bis zum 5. Januar.
Wirtschaftsaktivität steigt in acht von zwölf Distrikten
"Die gesamte Wirtschaftstätigkeit stieg in acht der zwölf Federal Reserve Distrikte leicht bis moderat an", heißt es im Bericht. Dies markiert eine deutliche Verbesserung gegenüber den vorherigen drei Berichtszyklen, in denen die Mehrheit der Distrikte kaum Veränderungen gemeldet hatte. Der vorsichtig optimistische Ton kommt trotz eines weitgehend stagnierenden Arbeitsmarktes.
Arbeitsmarkt bleibt in Wartehaltung
Der US-Arbeitsmarkt verharrt in einem "weder Einstellung noch Entlassung"-Modus, der bereits seit Monaten anhält. Auffällig ist die zunehmende Einstellung von Zeitarbeitskräften. Ein Kontakt merkte an, dass dies den Unternehmen ermögliche, "in unsicheren Zeiten flexibel zu bleiben". Die Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf die Beschäftigung bleiben vorerst begrenzt.
Beim Lohnwachstum zeigt sich eine Normalisierung: "Mehrere Kontakte berichteten, dass das Lohnwachstum auf 'normale' Niveaus zurückgekehrt sei", so die Fed.
Zolldruck wird zum zentralen Kostenfaktor
An der Inflationsfront stiegen die Preise in der großen Mehrheit der Distrikte moderat an. Der Kostendruck durch Zölle entwickelt sich jedoch zum zentralen Thema. Mehrere Kontakte warnten, dass die Bemühungen nachlassen, Kunden vor zollbedingten Preiserhöhungen zu schützen.
Der Grund: "Vor-Zoll-Bestände waren aufgebraucht oder der Druck zur Wahrung der Margen wurde akuter", heißt es im Beige Book. Dies deutet darauf hin, dass Unternehmen zunehmend gezwungen sind, die höheren Kosten an die Endverbraucher weiterzugeben.
Ausblick für deutsche Anleger
Für Investoren bedeutet dies eine zwiespältige Lage: Während sich die Konjunktur leicht erholt, könnte der steigende Preisdruck die Kaufkraft der Verbraucher belasten und damit das Wachstum bremsen. Die weitere Entwicklung der Zollpolitik dürfte entscheidend für die Gewinnmargen US-amerikanischer Unternehmen sein.
