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EZB weitet Euro-Liquiditätshilfe weltweit aus – 50 Milliarden je Land

Dauerhaftes Repo-Programm soll Währung stärken und vor Marktturbulenzen schützen

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EZB weitet Euro-Liquiditätshilfe weltweit aus – 50 Milliarden je Land

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Samstag eine bedeutende Ausweitung ihrer Liquiditätshilfe für den Euro angekündigt. Die sogenannte Eurosystem Repo Facility for Central Banks (Eurep) wird künftig weltweit verfügbar sein und dauerhaft angeboten. Zentralbanken außerhalb der Eurozone können damit bis zu 50 Milliarden Euro gegen hochwertige Sicherheiten leihen.

Mit dieser Maßnahme reagiert die EZB auf die zunehmende geopolitische Unsicherheit und die wachsende Volatilität an den internationalen Finanzmärkten. EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte auf der Münchner Sicherheitskonferenz, dass die Zentralbank auf ein instabileres Umfeld vorbereitet sein müsse. Die unvorhersehbare US-Wirtschaftspolitik habe neue Fragen zur Dollar-Dominanz aufgeworfen und dem Euro Chancen eröffnet, Marktanteile zu gewinnen.

Die erweiterte Fazilität soll die Eurozone vor externen Marktstress schützen und Notverkäufe von Euro-Wertpapieren auf globalen Finanzmärkten verhindern. Solche "Fire Sales" könnten die geldpolitische Transmission beeinträchtigen und die Finanzstabilität gefährden. Die EZB sieht das Instrument als Teil einer europäischen Strategie, um sich gegenüber den USA und China zu behaupten.

Deutlich erweiterte Zugangsbedingungen

Bisher war die Eurep-Fazilität, die 2020 während der Pandemie geschaffen wurde, auf nur acht EU-Nachbarländer beschränkt. Künftig steht sie grundsätzlich allen Zentralbanken weltweit offen. Ausgeschlossen bleiben lediglich Institutionen, die internationalen Sanktionen unterliegen oder in Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung verwickelt sind. Russland ist damit explizit ausgeschlossen.

Das Kreditvolumen je Zentralbank wurde deutlich erhöht: Statt wie bisher können nun bis zu 50 Milliarden Euro geliehen werden. Als Sicherheiten dienen beispielsweise Anleihen von Eurozonen-Regierungen mit guter Bonität. Die Repos (Rückkaufvereinbarungen) werden von einigen der 21 nationalen Zentralbanken des Eurosystems durchgeführt, deren Namen die EZB nicht nennt.

Dauerhafte Verfügbarkeit ohne Einschränkungen

Ein entscheidender Unterschied zu bisherigen Programmen: Die neue Fazilität bietet einen "Standing Access" und muss nicht mehr regelmäßig verlängert werden. Die Mittel können ohne Einschränkungen verwendet werden, während sie früher ausschließlich für die Weitergabe an heimische Banken reserviert waren. Die EZB wird künftig nur noch wöchentliche Gesamtbeträge der genutzten Liquidität veröffentlichen, nicht mehr länderspezifische Daten.

Die Fazilität soll ab dem dritten Quartal 2026 betriebsbereit sein, einige Berichte nennen Juli 2026 als Starttermin. Die EZB orientiert sich damit an ähnlichen Instrumenten anderer Zentralbanken. Die US-Notenbank Federal Reserve betreibt beispielsweise die FIMA Repo Facility zum Schutz des US-Treasury-Marktes.

Stärkung der internationalen Euro-Rolle

Die EZB erhofft sich von der garantierten Verfügbarkeit von Euro-Liquidität Anreize für ausländische Investoren und Kreditgeber. Die Möglichkeit, im Notfall auf eine "Lender of Last Resort"-Funktion zurückgreifen zu können, soll das Vertrauen in den Euro stärken. Dies könnte die Nachfrage nach Euro-denominierten Vermögenswerten steigern und Banken außerhalb der Eurozone ermutigen, mehr Aktiva aus dem Währungsblock zu erwerben.

Die Initiative ist Teil der umfassenderen Strategie unter Christine Lagarde, das "globale Moment" des Euro zu nutzen und die internationale Rolle der Gemeinschaftswährung zu stärken. In Zeiten geopolitischer Turbulenzen und brüchiger Allianzen soll der Euro als stabile Alternative zum Dollar positioniert werden.

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