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EZB ließ Zinsen erneut unverändert

Neue Prognosen verschoben Inflationsschub auf 2028

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EZB ließ Zinsen erneut unverändert

Die Europäische Zentralbank hatte am Donnerstag ihren letzten Zinsentscheid des Jahres getroffen und das Zinsniveau im Euro-Raum unverändert belassen. Damit setzte die Notenbank ihre abwartende Haltung fort und ließ den maßgeblichen Einlagenzins bei 2,0 Prozent. Dieser Zinssatz bestimmt, welche Verzinsung Banken für überschüssige Liquidität bei der EZB erhielten, und galt weiterhin als zentraler Orientierungswert für Spar- und Kreditzinsen in der Währungsunion.

Beobachter waren sich im Vorfeld weitgehend einig gewesen, dass es zu keiner weiteren Anpassung kommen würde. Mehrere Mitglieder des EZB-Rats hatten in den Wochen zuvor signalisiert, dass sie keinen Handlungsbedarf sahen. Besonders klar hatte sich der slowakische Notenbankchef Peter Kazimir geäußert, der einen Zinsschritt im Dezember ausgeschlossen hatte. Auch EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte erklärt, die geldpolitische Ausrichtung befinde sich in einer guten Position.

Zuvor hatte die EZB die Zinsen über mehrere Sitzungen hinweg gesenkt. Diese Lockerung hatte nach Einschätzung der Notenbank den gewünschten Effekt gezeigt. Die Inflationsrate im Euro-Raum hatte zuletzt bei 2,1 Prozent gelegen und damit nahe an der Zielmarke von zwei Prozent. Eine frühere Schätzung war leicht nach unten korrigiert worden. Die Kerninflation, bei der besonders volatile Preisbestandteile ausgeklammert werden, hatte 2,4 Prozent betragen. Aus Sicht vieler Währungshüter galten die Risiken für die weitere Preisentwicklung damit als weitgehend ausgewogen.

Parallel zum Zinsentscheid hatte die EZB neue Projektionen zu Konjunktur und Inflation veröffentlicht. Diese Prognosen dienten als wichtige Grundlage für die künftige Geldpolitik. Lagarde hatte im Vorfeld eine leichte Aufwärtsrevision der Wachstumsaussichten angedeutet, da sich der Euro-Raum widerstandsfähiger gegenüber externen Belastungen gezeigt habe. Das Wirtschaftswachstum hatte im dritten Quartal mit 0,3 Prozent über den Erwartungen gelegen, und auch für das vierte Quartal hatten Indikatoren auf eine stabile Entwicklung hingedeutet. Erstmals enthielten die Berechnungen zudem konkrete Werte bis zum Jahr 2028.

In den neuen Prognosen war auch die Verschiebung des europäischen CO₂-Bepreisungssystems ETS 2 berücksichtigt worden. Die Einführung dieses Systems war von 2027 auf 2028 verlegt worden. Dadurch fiel der erwartete Inflationsdruck im Jahr 2027 geringer aus als zuvor angenommen. Der Preisschub durch höhere Kosten für Kraftstoffe und Energie wurde nun erst für das Jahr 2028 erwartet. Für die Jahre 2026 und 2027 war in den Projektionen eine Inflationsrate unterhalb der Zwei-Prozent-Marke ausgewiesen worden.

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