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EZB hält Zinsen stabil und warnt vor Iran-Kriegsfolgen

Die Notenbank belässt den Einlagensatz bei 2% und verschärft ihre Warnung vor energiegetriebener Inflation durch den Iran-Konflikt.

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EZB hält Zinsen stabil und warnt vor Iran-Kriegsfolgen

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag ihre Leitzinsen unverändert gelassen. Der Einlagensatz bleibt bei 2% – genau so, wie Ökonomen und Entscheidungsträger, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, es im Vorfeld signalisiert hatten. Die Entscheidung betrifft alle 21 Länder der Eurozone.

Gleichzeitig verschärfte die EZB ihre Warnung vor den wirtschaftlichen Folgen des Krieges im Iran. Im Mittelpunkt steht dabei die Gefahr von Störungen der Kraftstoffströme durch die Straße von Hormus – eine der weltweit wichtigsten Schifffahrtsrouten für Energielieferungen.

Inflation über Zielwert, Wachstum unter Druck

„Während die eingehenden Informationen weitgehend mit der vorherigen Einschätzung des EZB-Rats zu den Inflationsaussichten übereinstimmen, haben sich die Aufwärtsrisiken für die Inflation und die Abwärtsrisiken für das Wachstum verstärkt", teilte die EZB in einer offiziellen Pressemitteilung mit. Die Notenbank machte damit deutlich, dass sich das Risikobild seit der letzten Sitzung spürbar eingetrübt hat.

Die Inflation in der Eurozone liegt bereits über dem EZB-Zielwert von 2% und dürfte in den kommenden Monaten weiter steigen. Gleichzeitig zeigt das Wirtschaftswachstum erste Anzeichen von Schwäche. Dieses Szenario – steigende Preise bei gleichzeitig nachlassender Konjunktur – stellt die Notenbank vor eine besondere geldpolitische Herausforderung.

Die EZB betonte in ihrer Mitteilung: „Je länger der Krieg andauert und je länger die Energiepreise hoch bleiben, desto stärker dürften die Auswirkungen auf die allgemeine Inflation und die Wirtschaft sein." Diese Formulierung unterstreicht die Abhängigkeit der Eurozone von stabilen Energiepreisen und geopolitischer Ruhe im Nahen Osten.

Kurzfristige Inflationserwartungen deutlich gestiegen

Trotz der angespannten Lage sieht die EZB die langfristigen Inflationserwartungen noch als stabil an. „Die längerfristigen Inflationserwartungen bleiben gut verankert, wenngleich die kurzfristigen Inflationserwartungen deutlich gestiegen sind", stellte die Notenbank fest. Diese Unterscheidung ist für die Geldpolitik entscheidend: Solange die langfristigen Erwartungen verankert bleiben, behält die EZB geldpolitischen Spielraum.

Neben dem Einlagensatz beließ die EZB auch die übrigen Leitzinsen unverändert. Der Zinssatz für wöchentliche Auktionen, zu dem sich Banken Geld leihen können, liegt weiterhin bei 2,15%. Der Satz für tägliche Auktionen bleibt bei 2,40%.

Märkte erwarten weitere Zinserhöhungen

Investoren gehen davon aus, dass die EZB angesichts des Inflationsdrucks in den kommenden zwölf Monaten dreimal handeln wird. Konkret erwarten die Märkte eine Anhebung des Einlagensatzes auf 2,75% – also drei Zinsschritte von je 25 Basispunkten.

Im Fokus der Anleger stand nach der Zinsentscheidung die Pressekonferenz von EZB-Präsidentin Christine Lagarde, die um 12:45 Uhr GMT begann. Von ihr erhofften sich Marktteilnehmer weitere Hinweise auf den künftigen geldpolitischen Kurs der Notenbank angesichts der geopolitischen Unsicherheiten.

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