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EZB hält Kurs: Zinssatz bleibt 2026 stabil bei 2%

Die Europäische Zentralbank wird ihre Zinspolitik voraussichtlich das gesamte Jahr 2026 beibehalten. Laut einer aktuellen Reuters-Umfrage unter 83 Ökonomen bleibt der Einlagensatz bei 2 Prozent – trotz politischer Turbulenzen durch US-Zolldrohungen.

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EZB hält Kurs: Zinssatz bleibt 2026 stabil bei 2%

Die Geldpolitik der Eurozone steht vor einem Jahr der Stabilität. Eine aktuelle Reuters-Umfrage zeigt: 85 Prozent der befragten Ökonomen erwarten keine Veränderung des EZB-Leitzinses bis Ende 2026. Der Einlagensatz verharrt damit bei 2 Prozent – genau auf dem Niveau der Inflationsrate.

Alle 83 befragten Experten prognostizieren einstimmig, dass die EZB bei ihrer Sitzung am 5. Februar den Zinssatz zum fünften Mal in Folge unverändert lassen wird. Diese Einigkeit unterstreicht das Vertrauen in die aktuelle geldpolitische Ausrichtung.

Keine Eile bei Zinsänderungen

Die am Donnerstag veröffentlichten Protokolle der Dezembersitzung bestätigen: Die EZB-Entscheidungsträger sehen keinen Handlungsdruck. "Die Geldpolitik befindet sich derzeit auf einem sehr zufriedenstellenden Niveau", erklärt Chris Scicluna, Forschungsleiter bei Daiwa Capital Markets Europe. Nur bei signifikanter wirtschaftlicher Abschwächung oder einem deutlichen Inflationsanstieg würde die Notenbank reagieren.

Interessant: Eine Mehrheit der befragten Ökonomen erwartet als nächsten Schritt eher eine Zinserhöhung als eine weitere Senkung – allerdings frühestens 2027.

Inflation pendelt um Zielmarke

Die Teuerungsrate liegt aktuell bei 1,9 Prozent und damit knapp unter dem EZB-Ziel von 2 Prozent. Die Prognosen sehen für 2026 einen Durchschnitt leicht unter der Zielmarke, bevor die Inflation 2027 wieder auf 2 Prozent steigt. Diese Entwicklung gibt der Notenbank Spielraum für ihre abwartende Haltung.

Moderates Wirtschaftswachstum erwartet

Die Eurozone wächst weiter, wenn auch moderat. Nach einem Plus von 0,3 Prozent im dritten Quartal erwarten Ökonomen für 2026 ein ähnliches Tempo mit leichter Beschleunigung in der zweiten Jahreshälfte. Das Jahreswachstum wird für 2026 bei 1,2 Prozent und für 2027 bei 1,4 Prozent gesehen.

Deutschland, die größte Volkswirtschaft der Währungsunion, soll nach Stagnation im Vorjahr 2026 um 1,0 Prozent und 2027 um 1,5 Prozent zulegen. Geplante Infrastrukturausgaben stützen diese Prognose. Frankreich wird mit 1,0 Prozent (2026) und 1,1 Prozent (2027) etwas schwächer wachsen.

Trump-Zolldrohungen ohne Auswirkung

Trotz der jüngsten Turbulenzen durch US-Präsident Donald Trump blieben die Prognosen stabil. Trump hatte acht europäischen Ländern mit Zöllen gedroht, die Drohung aber schnell zurückgenommen. Die Geschwindigkeit dieser Kehrtwende war für Ökonomen zu hoch, um ihre langfristigen Einschätzungen anzupassen.

Die Umfrage wurde vom 20. bis 22. Januar durchgeführt und zeigt: Die wirtschaftlichen Aussichten für die Eurozone sind seit August weitgehend unverändert. Die Stabilität der Prognosen spiegelt das Vertrauen in die Widerstandsfähigkeit der europäischen Wirtschaft wider.

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