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Bank Indonesia hält Zinsen stabil – Rupiah bleibt unter Druck

Zentralbank belässt Leitzins bei 4,75 Prozent und kündigt verstärkte Deviseninterventionen an.

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Bank Indonesia hält Zinsen stabil – Rupiah bleibt unter Druck

Die indonesische Zentralbank Bank Indonesia (BI) hat am Donnerstag zum fünften Mal in Folge ihre Leitzinsen unverändert gelassen. Der Leitzins verharrt bei 4,75 Prozent – eine Entscheidung, die 27 von 29 befragten Ökonomen erwartet hatten. Im Fokus der Währungshüter steht weiterhin die Stabilisierung der schwächelnden Rupiah.

Die indonesische Währung war im vergangenen Monat auf ein Rekordtief gegenüber dem US-Dollar gefallen und gehört in diesem Jahr zu den schwächsten Währungen unter den asiatischen Schwellenländern. Gouverneur Perry Warjiyo bezeichnete die Rupiah im Vergleich zu den wirtschaftlichen Fundamentaldaten des Landes als "unterbewertet" und kündigte verstärkte Deviseninterventionen sowohl am Onshore- als auch am Offshore-Markt an.

Warjiyo führte die Währungsschwäche auf globale Unsicherheiten zurück. "Wenn wir uns die Fundamentaldaten ansehen – Inflationsindikatoren, Wirtschaftswachstum, Renditen – sollte die Rupiah stabiler sein und zur Aufwertung neigen", erklärte er in einer Online-Pressekonferenz. Technische Faktoren und globale Risikoprämien würden jedoch kurzfristig Druck ausüben.

Zinssenkungszyklus unterbrochen

Die BI hatte ihren Leitzins zwischen September 2024 und September 2025 um insgesamt 150 Basispunkte gesenkt. Die Abwertung der Rupiah zwang die Zentralbank jedoch, den Lockerungszyklus zu unterbrechen. Warjiyo bekräftigte, dass Zinssenkungen wieder aufgenommen würden, sobald der Währungsdruck nachlasse.

Die Stimmung der Anleger gegenüber indonesischen Vermögenswerten hat sich deutlich verschlechtert. Investoren sorgen sich um die wachstumsorientierte Agenda von Präsident Prabowo Subianto und deren mögliche Auswirkungen auf die Haushaltsstabilität und die Unabhängigkeit der Zentralbank. Zusätzlich belasten Bedenken hinsichtlich der Transparenz am Aktienmarkt das Vertrauen.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Nominierung von Thomas Djiwandono, dem Neffen des Präsidenten, zum stellvertretenden Gouverneur der BI im vergangenen Monat. Seine Ernennung löste Kapitalabflüsse aus, die die Rupiah auf ihr Rekordtief drückten. Djiwandono erklärte auf der Pressekonferenz, dass sich die BI mit der Regierung abstimme, um die Wachstumsstrategie des Landes besser zu kommunizieren und Investorenbedenken zu zerstreuen.

Ausblick bleibt verhalten optimistisch

Der Indexanbieter MSCI warnte kürzlich vor einer möglichen Herabstufung indonesischer Aktien aufgrund von Governance-Bedenken. Die Ratingagentur Moody's senkte den Ausblick für Indonesiens Rating auf "negativ", was weitere Kapitalflucht und Marktunruhe zur Folge hatte.

"Die Underperformance der Rupiah angesichts einer anziehenden Inflation im ersten Quartal 2026 wird die BI davon abhalten, die Zinsen zumindest in der ersten Jahreshälfte zu senken", prognostiziert Radhika Rao, Ökonomin bei der DBS Bank. Jason Tuvey von Capital Economics erwartet dennoch Zinssenkungen um 75 Basispunkte auf 4,00 Prozent in diesem Jahr, sofern sich die Rupiah stabilisiert.

Indonesiens Wirtschaft wuchs 2025 um 5,11 Prozent – die stärkste Expansion seit drei Jahren. Die BI prognostiziert für 2026 ein Wachstum zwischen 4,9 und 5,7 Prozent. Warjiyo geht davon aus, dass fiskalische Anreize, eine lockere Geldpolitik sowie höhere Ausgaben rund um das chinesische Neujahrsfest und die Feierlichkeiten zum Ende des Ramadan das Wachstum im ersten Quartal ankurbeln werden.

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