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Euronext-Weizen fällt auf Dreieinhalb-Monats-Tief wegen Euro und Schwarzmeer-Hoffnungen

Der Dezember-Kontrakt für Mehlweizen schloss 0,6 Prozent tiefer bei 224 Euro pro Tonne, belastet von Euro-Stärke und Hoffnungen auf Schwarzmeer-Getreidehandel.

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Euronext-Weizen fällt auf Dreieinhalb-Monats-Tief wegen Euro und Schwarzmeer-Hoffnungen

Die Weizenpreise an der Euronext sind am Mittwoch auf ein Dreieinhalb-Monats-Tief gefallen. Zwei Faktoren belasteten den Markt: der gegenüber dem US-Dollar erstarkende Euro und die Hoffnung der Händler auf eine Verbesserung des Getreidehandels über das Schwarze Meer. Hintergrund sind Gespräche zwischen Russland und der Ukraine.

Der Dezember-Weizen für Mehlzwecke, der aktivste Kontrakt an der Börse in Paris, schloss 0,6 Prozent niedriger bei 224 Euro (251,33 US-Dollar) pro Tonne. Im Handelsverlauf erreichte der Kontrakt einen Tiefststand von 222,75 Euro. Das ist der schwächste Stand seit dem 14. Juli und liegt knapp unter dem vorherigen Dreieinhalb-Monats-Tief von 223 Euro, das erst am Mittwoch der Vorwoche markiert worden war.

Euro-Stärke und Schwarzmeer-Hoffnungen drücken die Notierungen

Ein starker Euro verteuert europäische Exportware für Käufer außerhalb der Eurozone und macht Weizen aus der EU damit weniger wettbewerbsfähig. Gleichzeitig rechnen Händler mit möglichen Verbesserungen im Getreidehandel über das Schwarze Meer, nachdem Russland und die Ukraine Gespräche geführt haben. Beide Effekte zusammen übten Druck auf die Pariser Notierungen aus.

Zusätzlichen Gegenwind erhielten die Rohstoffmärkte durch laufende Gespräche zur Beendigung des Iran-Krieges. Ein demokratischer Sieg bei den Zwischenwahlen in den USA weckte Erwartungen auf eine Entspannung im Konflikt. Das trug zu einem Rückgang der Ölpreise bei.

Geopolitische Signale belasten den gesamten Rohstoffkomplex

Die Kombination aus Währungsbewegungen und geopolitischen Entwicklungen lastete auf den Weizenpreisen. Die Händler schätzten dabei das Potenzial für verbesserte Getreideexportströme aus der Schwarzmeerregion ein. Diese Region zählt zu den wichtigsten Exportgebieten für Getreide weltweit, weshalb Nachrichten von dort unmittelbar auf die Preise in Europa wirken.

Die Euronext ist die führende Börse für Agrarrohstoffe in Europa. Der in Paris gehandelte Weizenkontrakt dient vielen Marktteilnehmern als Referenz für Preise innerhalb der Europäischen Union. Bewegungen an diesem Handelsplatz strahlen daher auf den gesamten europäischen Getreidemarkt aus.

Für deutsche Anleger ist der Blick auf den Euronext-Weizen vor allem für Landwirtschafts- und Rohstoffinvestments relevant. Sinkende Notierungen können die Erlöse von Landwirten und Agrarunternehmen schmälern, während sie für verarbeitende Betriebe wie Mühlen und Futtermittelhersteller günstigere Einkaufskonditionen bedeuten. Der Kontrakt für Mehlweizen gilt als wichtiger Gradmesser für den europäischen Markt.

Ob sich der Abwärtstrend fortsetzt, hängt nach Einschätzung der Marktteilnehmer maßgeblich von der weiteren Entwicklung im Schwarzmeerhandel und von der Richtung des Euro ab. Beide Faktoren bleiben die zentralen Treiber für die Notierungen an der Pariser Börse.

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