ETF-Zusatzrente: Rechner prüft Spar- und Entnahmepläne auf MSCI-World-Basis
Ein interaktiver Rechner testet kombinierte Spar- und Entnahmepläne auf Basis des MSCI World an realen Monatsdaten seit 1969.

Ein interaktiver Rechner macht es Sparern leichter, einen kombinierten Spar- und Entnahmeplan auf Basis des MSCI World zu überprüfen. Das Werkzeug prüft die gewählte Kombination aus Summen und Dauer an realen Vergangenheitsdaten und liefert als Ergebnis eine Erfolgsquote, das Schlussguthaben und die Jahresrendite.
Datengrundlage sind zurückgerechnete Monatsdaten des MSCI World seit Ende 1969. Der Index bildet die Industrieländer weltweit ab. Die Kursdaten werden in Euro geführt, Dividenden fließen netto und werden neu angelegt. Auf diese Weise entsteht ein möglichst realistisches Bild der Wertentwicklung über mehrere Jahrzehnte.
Wie der Rechner arbeitet
Der Rechner analysiert alle möglichen Startmonate eines Spar- und Entnahmeplans. Ausgewertet werden ausschließlich abgeschlossene Pläne. Das Guthaben bleibt dabei stets voll im Index investiert. In die Daten sind auch die vergangenen Crashs eingeflossen, die als Stressfaktor und Erfahrungswerte dienen.
Die Inflation ist in den Berechnungen berücksichtigt. Ein- und Auszahlungen werden in heutiger Kaufkraft eingegeben und anschließend umgerechnet — im Beispiel dient ein Betrag von 500 Euro als Bezugsgröße. Das macht die Ergebnisse über lange Zeiträume überhaupt erst vergleichbar.
Ein typisches Beispiel: 20 Jahre lang wird eingezahlt, anschließend folgen 30 Jahre der Auszahlung. Der Gesamtzeitraum umfasst damit 50 Jahre. Startmonate, die weniger als 50 Jahre Abstand zum Startpunkt haben, bleiben unberücksichtigt, weil der Plan noch nicht abgeschlossen ist.
Drei Kennzahlen entscheiden über den Plan
Die Erfolgsquote gibt den Anteil der abgeschlossenen Zeiträume an, die aufgegangen sind. Das Schlussguthaben beziffert das Restgeld nach allen Entnahmen, inflationsbereinigt. Die Jahresrendite ergibt sich aus den Auszahlungen plus dem Schlussguthaben im Verhältnis zu den Einzahlungen. Eine Erfolgsquote von 100 Prozent deutet auf einen soliden Plan hin.
Die zentrale Herausforderung besteht darin, dass das aufgebaute Vermögen lebenslang reichen muss. Langfristig hohe Aktienrenditen helfen nicht, wenn zum Entnahmezeitpunkt gerade Geld fehlt. Eine Rente kann in einer schlechten Börsenphase mit hohen Entnahmen scheitern. Genau deshalb sollten Anleger auch kürzere Auszahlungsdauern testen — etwa 20 oder 25 statt 30 Jahre.
Für jüngere Sparer gilt: Sie sollten ihre Sparraten passend zu den gewünschten Auszahlungen wählen. Wer höhere Entnahmen plant, braucht entsprechend höhere Einzahlungen, um die Erfolgsquote zu stabilisieren. Der Rechner hilft dabei, dieses Verhältnis frühzeitig zu prüfen.
ETFs sind dritthäufigste private Altersvorsorge
ETFs spielen in der Altersvorsorge der Deutschen eine wachsende Rolle. Einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Initiative Minderheitsaktionäre zufolge nutzen 36 Prozent der Deutschen ETFs zur Altersvorsorge. Damit sind ETFs die dritthäufigste private Altersvorsorge — nach Renten und Immobilien. Der Umfragezeitpunkt lag im vergangenen Jahr.
Wichtig bleibt der Hinweis, dass Vergangenheitsdaten nicht direkt auf die Zukunft übertragbar sind. Die historischen Kurse zeigen, wie sich Pläne unter realen Bedingungen — einschließlich der Crashs — entwickelt hätten, sind aber keine Garantie für künftige Erträge.
Der Artikel erschien erstmals am 16. Juli 2026 und wurde erneut veröffentlicht.
