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Erbschaften in Deutschland: Große Summen, wenig Wissen

Viele Erben sind unsicher über Freibeträge und Steuerregeln bei Vermögensübertragungen

2 Min
Erbschaften in Deutschland: Große Summen, wenig Wissen

In Deutschland wurden im Jahr 2023 insgesamt 121,5 Milliarden Euro durch Erbschaften übertragen. Davon erhielt der Staat jedoch lediglich neun Milliarden Euro an Erbschaftssteuern. Der Grund dafür ist, dass Erbschaften unter bestimmten Freibeträgen nicht in den Statistiken erfasst werden. Eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts Puls, die für die Quirin Privatbank erstellt wurde, zeigt, dass vielen Menschen in Deutschland nicht bewusst ist, wie diese Freibeträge aussehen und dass sie davon profitieren könnten.

Die Studie mit über 3500 Teilnehmern aus verschiedenen Regionen Deutschlands gibt Einblicke, wie Erben und Erblasser in Deutschland verteilt sind und welche Vermögenswerte am häufigsten vererbt werden. Dabei wird deutlich, dass Erben die Gesellschaft spaltet: Fast die Hälfte der Befragten hat noch nie geerbt, während ein erheblicher Teil damit rechnet, später eine Erbschaft zu hinterlassen. In den meisten Fällen wird Geld vererbt, gefolgt von Immobilien. Auch Schmuck und Wertpapiere spielen eine Rolle, wobei letztere seit 2017 häufiger Teil von Erbschaften geworden sind.

Die Studie zeigt zudem, dass die Höhe der Erbschaften seit der letzten Erhebung gestiegen ist. Im Jahr 2023 gaben 29 Prozent der Befragten an, mehr als 100.000 Euro geerbt zu haben, verglichen mit 16 Prozent im Jahr 2017. Ralf Wunderlich von der Quirin Privatbank geht davon aus, dass diese Entwicklung sich fortsetzen wird, da die Babyboomer-Generation in den kommenden Jahren vermehrt größere Vermögen vererben wird. Besonders in wirtschaftlich starken Bundesländern wie Hessen, Baden-Württemberg, Hamburg und Bayern sind Erbschaften über 100.000 Euro häufiger.

Ein weiterer zentraler Punkt der Studie ist die ungleiche Verteilung von Vermögen zwischen Ost- und Westdeutschland. In den ostdeutschen Bundesländern haben überdurchschnittlich viele Menschen noch nie geerbt, während im Westen Erbschaften häufiger sind und höhere Summen erreichen. Viele Erben und Erblasser fühlen sich zudem schlecht informiert über die geltenden Regeln und Freibeträge. Insbesondere bei unverheirateten Lebenspartnern, Geschwistern und anderen Verwandten werden die Freibeträge als zu niedrig empfunden.

Trotzdem mussten drei Viertel der Befragten keine Erbschaftsteuer zahlen. Bei denjenigen mit niedrigerem Einkommen wurde die Erbschaftsteuer jedoch häufiger als ungerecht empfunden, was auf mangelnde Kenntnisse über die Freibeträge zurückzuführen sein könnte.

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