Energiepreise fallen, Lebensmittelkosten steigen
Während die Inflation sinkt, bleibt Butter für viele unerschwinglich

Im September 2024 ist die Inflation in Deutschland auf den niedrigsten Stand seit über drei Jahren gesunken. Der Anstieg der Verbraucherpreise betrug im Vergleich zum Vorjahr 1,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt berichtete. Diese Entwicklung ist vor allem auf den Rückgang der Energiepreise zurückzuführen. So sind die Preise für Kraftstoffe im Vergleich zum Vorjahr um 12,6 Prozent gesunken. Auch Haushaltsenergie wurde um 4,0 Prozent günstiger, während leichtes Heizöl sogar 17,9 Prozent weniger kostete. Ebenso fielen die Preise für Brennholz und andere feste Brennstoffe um zwölf Prozent. Strom verbilligte sich um 6,4 Prozent und Erdgas um 1,9 Prozent. Allerdings verzeichnete Fernwärme mit einem Anstieg von 31,8 Prozent eine erhebliche Verteuerung.
Die sinkenden Energiepreise haben einen bremsenden Einfluss auf die Inflation, die insgesamt im September deutlich zurückging. Im Gegensatz dazu steigen jedoch die Preise für Nahrungsmittel weiter. Besonders auffällig ist der Preisanstieg bei Butter, die im Vergleich zum Vorjahr um 29,3 Prozent teurer wurde. Ein 250-Gramm-Päckchen Deutscher Markenbutter kostet nun 2,39 Euro. Auch die Preise für Olivenöl stiegen um 29,6 Prozent. Weitere Nahrungsmittelgruppen wie Zucker, Marmelade, Honig und Süßwaren verteuerten sich um 5,4 Prozent. Obst wurde um 3,7 Prozent teurer und Brot sowie Getreideerzeugnisse um 1,2 Prozent.
Neben den Nahrungsmittelpreisen sind auch die Kosten für Dienstleistungen im vergangenen Jahr um 3,8 Prozent gestiegen. Dieser Anstieg wird auf die hohen Tarifabschlüsse für viele Berufsgruppen zurückgeführt. Die sogenannte Kerninflation, die Energie und Nahrungsmittel ausschließt, sank im September auf 2,7 Prozent.
Die Europäische Zentralbank hat ihr Inflationsziel für den Euroraum von zwei Prozent erreicht. Die deutsche Inflationsrate, nach europäischen Standards berechnet, lag im September bei 1,8 Prozent. Auch in der Euro-Zone fiel die Teuerung auf 1,8 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit mehr als drei Jahren. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Inflation zum Jahresende wieder anziehen wird, da der preisdämpfende Effekt der sinkenden Energiepreise nachlässt. Die Finanzmärkte erwarten deshalb im Oktober eine weitere Zinssenkung der EZB.
