Optimismus im Wandel der deutschen Wirtschaft
Gewerkschaften kämpfen gegen rechte Strömungen und für soziale Gerechtigkeit

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat anlässlich des 75. Jubiläums des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zu Optimismus beim Umbau der deutschen Wirtschaft aufgerufen. In seiner Rede betonte er, dass der DGB in diesen schwierigen Zeiten eine „Stimme der Zuversicht“ bleiben solle, insbesondere während der Umstellung auf eine klimaneutrale und digitalisierte Wirtschaft. Diese Veränderung bedeute nicht automatisch Bedrohung und Verlust, so Steinmeier. Zudem warnte er vor dem zunehmenden Zulauf rechtsextremistischer und autoritärer Kräfte. Es sei die Aufgabe der Demokraten, das „Haus der freiheitlichen Demokratie“ vor internen Zerstörungen zu schützen, sagte der Bundespräsident.
Neben Steinmeier äußerte sich auch Bundeskanzler Olaf Scholz anlässlich des Jubiläums. In einem Videopodcast betonte er die weiterhin wichtige Rolle der Gewerkschaften. Viele Errungenschaften wie die Fünf-Tage-Woche und die Lohnfortzahlung bei Krankheit seien ohne die Gewerkschaften nicht denkbar. Er rief dazu auf, gemeinsam die aktuellen Herausforderungen anzupacken. DGB-Chefin Yasmin Fahimi forderte in diesem Zusammenhang von der Ampelkoalition einen klaren Plan für eine zukunftsgerichtete Politik. Sie kritisierte, dass in Krisenzeiten viele wichtige Vorhaben blockiert würden, was wertvolle Zeit koste, und nannte insbesondere die FDP als Verantwortliche.
Die wirtschaftliche Situation in Deutschland stellt die Gewerkschaften vor neue Aufgaben, doch Fahimi betonte, dass es entscheidend sei, die Transformation nicht auf Kosten zukünftiger Generationen zu verschieben. Öffentliche und private Investitionen müssten Hand in Hand gehen, um die Modernisierung voranzutreiben und die gesellschaftliche Unsicherheit, die durch den technologischen Wandel entsteht, zu verringern.
Der DGB wurde 1949 in München gegründet, und der erste Vorsitzende war Hans Böckler, der während des Nationalsozialismus verfolgt wurde. Noch heute bleibt die Förderung gesellschaftlicher Mitbestimmung eines der Hauptziele des DGB. Steinmeier zitierte Böcklers Worte, dass die Bürger des Landes nicht Untertanen, sondern selbstbestimmte Menschen sein wollen. Der DGB kämpft seit seiner Gründung für soziale Gerechtigkeit und eine starke demokratische Teilhabe.
