Epstein-Opfer sollen vor US-Repräsentantenhaus-Ausschuss aussagen
Ausschussvorsitzender James Comer kündigt Anhörungen für Überlebende an – nach Aufruf von Melania Trump an den Kongress.

Opfer des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein werden die Möglichkeit erhalten, vor dem Untersuchungsausschuss des US-Repräsentantenhauses auszusagen. Der Vorsitzende des Ausschusses für Aufsicht und Regierungsreform, Abgeordneter James Comer, gab dies am Freitag bekannt. Die Ankündigung erfolgte einen Tag nach einem öffentlichen Appell der ehemaligen First Lady Melania Trump.
Melania Trump hatte den Kongress aufgefordert, „Frauen, die Opfer von Epstein wurden, eine öffentliche Anhörung zu ermöglichen, die sich speziell auf die Überlebenden konzentriert". Comers Zusage knüpft die Anhörungen mit den Opfern jedoch an eine Bedingung: Zunächst müssen die Befragungen mehrerer hochkarätiger Personen abgeschlossen werden, die mit Epstein und seinen ehemaligen Geschäftspartnern in Verbindung standen.
Hochkarätige Zeugen vor dem Ausschuss
Zu den bereits anberaumten Befragungen zählen unter anderem <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft-Mitbegründer Bill Gates, Handelsminister Howard Lutnick sowie der Milliardär Ted Waitt. Auch die Gefängniswärterin Tova Noel wurde vorgeladen. Der Ausschuss hat damit eine breite Liste von Personen zusammengestellt, die im Zusammenhang mit dem Epstein-Komplex stehen.
Ein geplanter Termin mit der ehemaligen Generalstaatsanwältin Pam Bondi am 14. April wurde jedoch kurzfristig abgesagt. Das Justizministerium hatte mitgeteilt, dass Bondi in ihrer Funktion als Generalstaatsanwältin vorgeladen worden sei – ein Umstand, der offenbar zur Absage führte. Die Demokraten im Ausschuss reagierten scharf und drohten mit einem Verfahren wegen Missachtung des Kongresses, sollte Bondi nicht zu einer künftigen Anhörung erscheinen.
Reaktionen aus der Öffentlichkeit
Auch in der US-amerikanischen Unterhaltungsbranche sorgte Melanias Statement für Aufsehen. Late-Night-Moderator Jimmy Kimmel äußerte sich in seinem Eröffnungsmonolog bei „Jimmy Kimmel Live!" überrascht über die Aussage der ehemaligen First Lady. Kimmel kritisierte die von ihr behaupteten „Lügen" und merkte an, dass es keinen offensichtlichen Medienbericht oder ein konkretes Ereignis gegeben habe, das ihre Aussage hätte auslösen können. „Wie wäre es mit morgen? Denn ich höre heute zum ersten Mal von diesen Lügen", scherzte Kimmel.
Der Fall Jeffrey Epstein beschäftigt die US-amerikanische Öffentlichkeit und Politik seit Jahren. Epstein, ein US-amerikanischer Finanzier, wurde 2019 wegen Sexhandels mit Minderjährigen verhaftet und starb noch im selben Jahr in seiner Gefängniszelle in New York. Sein Tod wurde offiziell als Suizid eingestuft, löste jedoch weitreichende Spekulationen und Untersuchungen aus. Zahlreiche prominente Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft werden mit Epstein in Verbindung gebracht, was den Fall zu einem der meistdiskutierten Justizskandale der jüngeren US-Geschichte macht.
Die nun angekündigten Anhörungen mit den Opfern gelten als wichtiger Schritt, den Überlebenden eine öffentliche Plattform zu geben. Wann genau diese Anhörungen stattfinden werden, ist bislang noch nicht bekannt – Comer machte deutlich, dass zunächst die laufenden Befragungen der anderen Zeugen abgeschlossen werden müssen.
