Enagas offen für Übernahmen in Europa – Terega im Fokus
Spanischer Gasnetzbetreiber prüft Zukäufe regulierter Infrastruktur zur Stärkung der Wasserstoffstrategie in Europa.

Der spanische Gasnetzbetreiber Enagas zeigt sich offen für strategische Übernahmen in Europa. CEO Arturo Gonzalo bestätigte das Interesse an regulierten Infrastruktur-Assets, die zur wasserstofforientierten Unternehmensstrategie passen. Besonders der französische Gastransportnetzbetreiber Terega steht dabei im Fokus der Überlegungen.
Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren einen umfassenden Strategiewechsel vollzogen. Enagas veräußerte Beteiligungen in den USA, Chile und Mexiko, um sich verstärkt auf den europäischen Heimatmarkt zu konzentrieren. Parallel dazu wurden die Dividenden gekürzt und die Verschuldung abgebaut – wichtige Schritte zur Finanzierung des geplanten Wandels hin zum Management von Wasserstoffinfrastruktur.
Bereits im Oktober berichtete Reuters über Gespräche zwischen Enagas und dem singapurischen Staatsfonds GIC. Dabei geht es um dessen 32-Prozent-Anteil an Terega, Frankreichs zweitgrößtem Gastransportnetzbetreiber. Die beiden Unternehmen verbindet bereits eine enge Partnerschaft: Sie betreiben gemeinsam Gaspipeline-Verbindungen zwischen Spanien und Frankreich und planen eine Wasserstoffpipeline zwischen beiden Ländern.
Klare Prioritäten bei M&A-Aktivitäten
"Wenn die Bedingungen erfüllt sind, können wir Möglichkeiten bei regulierten Vermögenswerten in Europa prüfen, die gut in diesen Rahmen passen", erklärte Gonzalo. Er betonte jedoch, dass die Umsetzung des Investitionsplans bei gleichzeitiger Beibehaltung der Dividendenpolitik und der Kreditratings oberste Priorität habe. Fusionen und Übernahmen kämen nur in Betracht, wenn sie mit der Unternehmensstrategie im Einklang stehen.
Über Terega äußerte sich der CEO positiv: "Terega ist ein großartiges Unternehmen. Wir kennen sie gut, wir sind Partner im Tagesgeschäft sowie bei Großprojekten, und es könnte unsere Anforderungen erfüllen." Konkrete Ankündigungen machte Enagas jedoch nicht.
Die strategische Neuausrichtung von Enagas spiegelt den europäischen Trend wider, traditionelle Gasinfrastruktur für die Energiewende fit zu machen. Wasserstoff gilt als Schlüsselelement für die Dekarbonisierung energieintensiver Industrien. Grenzüberschreitende Pipeline-Projekte zwischen Spanien und Frankreich könnten dabei eine zentrale Rolle für den europäischen Wasserstoffmarkt spielen.
