Elon Musk setzt auf Nvidia – aber AMD und Broadcom sind die besseren KI-Aktien
Elon Musk setzt bei SpaceX auf Nvidia – doch AMD und Broadcom könnten die besseren KI-Investments sein.

Elon Musk sorgte kürzlich für Aufsehen, als er ankündigte, dass SpaceX künftig ausschließlich auf Chips von Nvidia setzen wird. Ein großer Coup für den GPU-Hersteller, der damit in den kommenden Jahren Einnahmen in Höhe von Hunderten Milliarden US-Dollar generieren dürfte. Doch für Anleger stellt sich die Frage: Ist Nvidia tatsächlich die beste Wahl im KI-Chip-Sektor?
Eine aktuelle Analyse von The Motley Fool legt nahe, dass zwei andere Halbleiterwerte – Advanced Micro Devices (AMD) und Broadcom – langfristig die besseren Investitionen sein könnten. Der Grund liegt in der Verschiebung der Marktdynamik weg vom reinen KI-Training hin zur sogenannten Inferenz, also der Anwendung trainierter KI-Modelle.
Training versus Inferenz: Der entscheidende Unterschied
Nvidia hat sich im Bereich des KI-Trainings eine nahezu uneinnehmbare Marktposition aufgebaut. Mit der kostenlosen Bereitstellung seiner CUDA-Softwareplattform schuf das Unternehmen früh eine Entwickler-Community, die ihre KI-Codes auf Nvidia-Chips optimierte. Diese "Schutzmauer" im Training hält bis heute stand.
Doch während das KI-Training weiterhin stabil wächst, ist die Inferenz der deutlich dynamischere Markt. Laut Bloomberg Intelligence wird der Inferenzmarkt bis 2032 mit einer jährlichen Wachstumsrate von 32 Prozent expandieren und ein Volumen von 1,3 Billionen US-Dollar erreichen. Zum Vergleich: Das KI-Trainingssegment wird im selben Zeitraum auf 658 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Dies ist für Anleger von großer Bedeutung, denn die Inferenz ist technisch weniger anspruchsvoll als das Training. Die CUDA-Schutzmauer von Nvidia ist hier bei weitem nicht so breit. Bei der Inferenz geht es weniger um rohe Rechenleistung als vielmehr um schnellen Speicherzugriff und niedrige Kosten pro Berechnung – Faktoren, die AMD und Broadcom in die Karten spielen.
AMD: Günstigere GPUs mit starken Partnern
AMD positioniert sich als ernstzunehmender Konkurrent im Inferenzmarkt. Die GPUs des Unternehmens sind deutlich günstiger als die von Nvidia, und die hauseigene ROCm-Softwareplattform wurde in den letzten Jahren erheblich verbessert. Zudem ermöglicht das Chiplet-Design von AMD die Kombination mit mehr Hochbandbreitspeicher (HBM), was die Chips besonders für Inferenzaufgaben qualifiziert.
Das Unternehmen hat zudem strategische Schritte unternommen, darunter die Übernahme des Memory-Optimierungsunternehmens MEXT und des Inferenz-Chipdesigners Taalas. Die neuen Veral-Chips für Edge Computing integrieren On-Chip-SRAM, um die Abhängigkeit von externem Speicher während der Inferenz zu verringern. Eine Partnerschaft mit Cerebras für ein High-End-Inferenzangebot rundet das Portfolio ab.
AMD verfügt bereits über zwei Milliarden-schwere Mehrjahresverträge mit OpenAI und Meta Platforms. Kürzlich wurde bekannt, dass auch Anthropic und <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft zu den GPU-Kunden zählen. Hinzu kommt die führende Position bei Server-CPUs – ein Markt, der aufgrund des Aufkommens von "agentic AI" in den kommenden Jahren auf 220 Milliarden US-Dollar wachsen soll.
Broadcom: Maßgeschneiderte Chips als Trumpfkarte
Auch Broadcom ist bestens aufgestellt, um ein wichtiger Akteur im Inferenzmarkt zu werden. Das Unternehmen ist führend bei ASICs (Application-Specific Integrated Circuits) – maßgeschneiderten Chips, die fest verdrahtet sind, um bestimmte Aufgaben auszuführen. Sie sind zwar weniger flexibel als GPUs, bieten aber hohe Leistung bei geringerem Energieverbrauch, was die Inferenzkosten senkt.
Anstatt eigene KI-Chips herzustellen, hilft Broadcom Kunden dabei, ihre Designs in physische KI-Chips umzuwandeln, die in großem Maßstab produziert werden können. Das Unternehmen half Alphabet bei der Mitentwicklung der hochgelobten Tensor Processing Units (TPUs), die sowohl intern als auch durch den Verkauf an Anthropic zum größten Wachstumstreiber werden sollen. Auch OpenAI und Meta Platforms hat Broadcom bei der Entwicklung eigener kundenspezifischer Chips unterstützt.
Die Wachstumszahlen sind beeindruckend: Broadcom sieht seine KI-Umsätze im nächsten Geschäftsjahr auf 115 Milliarden US-Dollar steigen, um sich bis zum Geschäftsjahr 2028 auf 230 Milliarden US-Dollar zu verdoppeln.
Fazit: Die besseren KI-Aktien?
Nvidia, AMD und Broadcom haben alle starke Wachstumsaussichten durch den Ausbau der KI-Infrastruktur. Doch AMD und Broadcom könnten aufgrund ihrer Positionierung im schnell wachsenden Inferenzmarkt und ihrer kleineren Ausgangsbasis ihren größeren Konkurrenten langfristig übertreffen. Trotz der Empfehlung von Musk für Nvidia könnten AMD und Broadcom für Anleger die attraktiveren Optionen sein.
