Elon Musk baut eigenen Supercomputer
Oracle-Deal geplatzt: 100.000 Nvidia-Chips für xAI geplant

Tech-Milliardär Elon Musk hat im Rennen um Künstliche Intelligenz beschlossen, den Bau eines neuen Supercomputers selbst in die Hand zu nehmen. Ein geplanter Milliarden-Deal zwischen dem Cloud-Anbieter Oracle und Musks KI-Start-up xAI ist geplatzt. Musk kündigte auf seinem Kurznachrichtendienst X an, dass sein Unternehmen nun selbst ein Datenzentrum mit 100.000 Prozessoren des Typs H100 des Chipherstellers Nvidia bauen wird. Das Medium "The Information" berichtete zuvor, dass die Gespräche über den Deal, der einen potenziellen Wert von zehn Milliarden Dollar hatte, beendet wurden. Musks KI-Start-up hätte über mehrere Jahre hinweg Cloud-Server von Oracle gemietet.
Oracle hatte Bedenken hinsichtlich der von Musk geforderten Bauzeit und der Stromversorgung geäußert. Dies wurde von mehreren an den Verhandlungen beteiligten Personen bestätigt. Vor einem Monat wurde bekannt, dass xAI den Bau eines Rechenzentrums in Memphis, Tennessee plant, wo die Supercomputer gebaut werden sollen. Diese Supercomputer sind notwendig, um KI-Modelle zu trainieren. Ende Mai hatte Musk Investoren mitgeteilt, dass der geplante Supercomputer bis Herbst 2025 betriebsbereit sein soll.
Das Geschäft mit Oracle sollte eine bestehende Abmachung erweitern, bei der Musks KI-Unternehmen Nvidia-Chips von dem Cloud-Anbieter mietet. Musk schrieb auf X, dass xAI schneller sein müsse als jedes andere KI-Unternehmen, um im Wettbewerb bestehen zu können. "Wenn unser Schicksal davon abhängt, mit Abstand der Schnellste zu sein, müssen wir das Lenkrad selbst in die Hand nehmen statt auf dem Rücksitz zu sitzen." Eine Stellungnahme von Oracle liegt noch nicht vor.
Derzeit bietet xAI den Chatbot Grok an, eine generative KI, die ähnliche Technologie wie ChatGPT von OpenAI nutzt. Musk erklärte, der Nachfolger Grok 2 sei mit 24.000 von Oracle gemieteten H100-Chips trainiert worden und werde vermutlich nächsten Monat veröffentlicht. Das neue System mit 100.000 H100-Chips werde "der mit großem Abstand mächtigste Trainings-Cluster der Welt" sein, schrieb Musk weiter. Der H100-Chip, das Flaggschiff von Nvidia, stammt aus dem Jahr 2022. Mit diesem Chip hat der US-Konzern im vergangenen Jahr einen Marktanteil von 80 Prozent erreicht und stieg zeitweise zum weltweit wertvollsten Konzern an der Börse auf. Schätzungen zufolge kostet ein H100-Prozessor bis zu 30.000 Dollar.
Die leistungsstarken Grafikprozessoren dominieren derzeit den Markt für Rechenzentrumschips für KI, auch wenn die Konkurrenz, wie Intel, aufholt. Aufgrund der hohen Nachfrage sind sie jedoch schwer zu bekommen. Am gestrigen Handelstag gehörte die Oracle-Aktie im US-Aktienindex S&P 500 zu den schwächsten Werten und verzeichnete ein Minus von drei Prozent.
