Axa setzt auf KI-Technologie von Mistral AI
Personalisierte Lösungen und Effizienzsteigerung in der gesamten Wertschöpfungskette

Der Versicherer Axa setzt verstärkt auf generative Künstliche Intelligenz (GenAI) und hat eine Partnerschaft mit dem französischen Softwareunternehmen Mistral AI bekanntgegeben. Mistral-Co-Gründer Arthur Mensch erklärte, dass ihre Modelle in die GenAI-Plattform von Axa integriert sind, die fast 150.000 Benutzer in der <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft-Azure-Cloud bedient. Thomas Buberl, Vorstandschef der Axa-Gruppe, betonte auf LinkedIn, dass die Zusammenarbeit maßgeschneiderte Anwendungsfälle für ihre Aktivitäten entwickeln soll und eine neue Welt voller Möglichkeiten eröffnet.
Im Fokus der Kooperation stehen personalisierte Versicherungslösungen. Aufgrund der zunehmenden Nutzung von Vergleichsportalen im Internet durch Verbraucher müssen Versicherungsunternehmen effizient individuelle Vorschläge erstellen, selbst wenn Verbraucher sich letztlich für eine andere Versicherung entscheiden. Die Partnerschaft soll Axa dabei unterstützen, Ergebnisse besser zu interpretieren, mögliche Fehler im Geschäft auszumerzen und den CO2-Fußabdruck zu begrenzen. Ziel ist es, die KI-Anwendungen über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg auszudehnen.
Ein konkretes Anwendungsbeispiel für die KI ist die Kfz-Versicherung. In Deutschland laufen die Verträge stets zum Jahresende aus, was dazu führt, dass Versicherte regelmäßig über einen Tarifwechsel nachdenken und sich Vergleichsangebote einholen. Mithilfe von KI können Versicherer die Kosten für die Erstellung neuer Angebote minimieren, für die früher Vermittler und Versicherungsmathematiker benötigt wurden. Dadurch können Versicherer erheblich Geld sparen.
Mistral AI, das seit April 2023 existiert, hat innerhalb von etwas mehr als einem Jahr eine Bewertung von rund sechs Milliarden US-Dollar erreicht. Die Gründer Arthur Mensch, Guillaume Lample und Timothée Lacroix haben sich erfolgreich auf die Entwicklung großer Sprachmodelle spezialisiert. Erst Anfang Juni hatte der deutsche Softwaregigant SAP eine Kooperation mit Mistral AI verkündet und kurz darauf rund 600 Millionen US-Dollar eingesammelt, was zur aktuellen Bewertung beitrug. Obwohl Mistral AI seinen Sitz in Paris hat, wird das Unternehmen inzwischen überwiegend von US-Investoren kontrolliert.
In der Versicherungswirtschaft spielt Künstliche Intelligenz eine bedeutende Rolle. Bildanalyseprogramme helfen beispielsweise bei der Erkennung möglichen Versicherungsbetrugs. Zudem nutzen Versicherer große Sprachmodelle wie ChatGPT, um komplexe Verträge zu bearbeiten. Experten sehen den Nutzen von KI auch beim Marketing, der Risikoanalyse, Prävention und Kapitalanlage. Die Gothaer Versicherung hat für eine Gesundheitsapp eine Kooperation mit dem Symptomchecker-Start-up Infermedica abgeschlossen und arbeitet mit dem Start-up Peers im Bereich Psychotherapie zusammen.
Die deutsche Versicherungswirtschaft hat mit Insurlab Germany eine Organisation geschaffen, um Versicherungsunternehmen und Tech-Start-ups zusammenzubringen. Bisher zählt das Netzwerk 96 Mitglieder.
