Einigung auf Finanzpaket nach schwierigen Verhandlungen
Union, SPD und Grüne verständigen sich auf Milliarden für Klimaschutz und Sicherheit

Union und SPD haben sich mit den Grünen auf einen Kompromiss zum geplanten Finanzpaket geeinigt. Dies bestätigten Vertreter der beteiligten Parteien. Die Einigung sieht unter anderem vor, dass 100 Milliarden Euro aus dem schuldenfinanzierten Infrastrukturfonds in den Klimaschutz und den klimafreundlichen Umbau der Wirtschaft fließen sollen. Weitere 100 Milliarden Euro sind für die Länder vorgesehen. In getrennten Sitzungen wurden die Fraktionen der beteiligten Parteien über das Verhandlungsergebnis informiert.
Unionsfraktionschef Friedrich Merz äußerte sich im Anschluss auf einer Pressekonferenz zu den Ergebnissen der Verhandlungen. Er erklärte, dass für die Finanzierung von Sicherheitsausgaben eine Ausnahme der Schuldenbremse vereinbart worden sei. Dies gelte ebenfalls für Ausgaben der Bundesländer. Merz zeigte sich mit dem erzielten Kompromiss zufrieden und sprach von "guten und vertrauensvollen" Verhandlungen. Er betonte, dass das Ergebnis von seiner Fraktion einstimmig angenommen worden sei. Die Grünen hätten dabei deutliche Änderungen durchsetzen können.
SPD-Partei- und Fraktionschef Lars Klingbeil bewertete die Einigung als entscheidenden Schritt zur wirtschaftlichen Stabilisierung und zur Stärkung der Sicherheitsstrukturen. Er sprach von einem kraftvollen Impuls, um Deutschland wirtschaftlich zu stärken und sicherheitspolitisch abzusichern. Nach einer Fraktionssitzung erklärte Klingbeil, dass mit der Einigung zentrale Themen wie Sicherheit, Wachstum, Arbeitsplätze, Infrastruktur und Klimaschutz entschlossen angegangen werden könnten.
Die Grünen betonten ihre Erfolge in den Verhandlungen. Die haushaltspolitische Sprecherin der Partei, Paula Piechotta, erklärte, dass durch die Einigung verhindert worden sei, dass ungedeckte Wahlkampfversprechen für Besserverdiener zulasten der Allgemeinheit finanziert werden. Vizekanzler Robert Habeck lobte den erzielten Kompromiss und stellte fest, dass die Grünen in den Verhandlungen wesentliche Akzente setzen konnten. Über den Kurznachrichtendienst X schrieb er, dass die Einigung zeige, wie stark die grüne Handschrift in der Politik wirke.
Bevor das Finanzpaket endgültig im Bundestag beschlossen werden kann, ist eine Empfehlung des Haushaltsausschusses erforderlich. Die ursprünglich für den Vormittag angesetzte Ausschusssitzung wurde auf den späten Nachmittag verschoben, um den Verhandlungen mehr Zeit zu geben. Das Vorhaben soll am Dienstag im Bundestag beraten werden, allerdings hängt die Sondersitzung noch von einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts ab. Linke und AfD hatten Eilanträge gegen das Finanzpaket eingereicht.
Union und SPD sind auf die Stimmen der Grünen angewiesen, um die notwendige Zweidrittelmehrheit für das Finanzpaket zu erreichen. Die Verhandlungen gestalteten sich über mehrere Tage hinweg schwierig, da die Grünen Bedenken gegen die Pläne von Union und SPD äußerten. Sie kritisierten, dass das schuldenfinanzierte Sondervermögen nicht ausschließlich der Infrastruktur zugutekommen könnte, sondern möglicherweise für parteipolitische Vorhaben wie die Mütterrente oder Steuersenkungen für die Gastronomie genutzt werde. Wie genau der endgültige Kompromiss ausgestaltet ist, wurde bisher nicht bekannt gegeben.
