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Drei-Schritte-Formel: So helfen Eltern und Führungskräfte bei Unsicherheit

Klinische Psychologin Dr. Becky Kennedy erklärt, wie eine einfache Formel Ängste vor Ungewissheit bei Kindern und Mitarbeitern lindert.

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Drei-Schritte-Formel: So helfen Eltern und Führungskräfte bei Unsicherheit

Ungewissheit verunsichert – Kinder ebenso wie Erwachsene. Doch laut der klinischen Psychologin Dr. Becky Kennedy liegt der Schlüssel im Umgang mit dem Unbekannten nicht in der Kontrolle über das Ergebnis, sondern in der Art und Weise, wie man eine Situation beschreibt. Kennedy ist Gründerin der Erziehungsplattform Good Inside und gilt als gefragte Expertin für psychologische Resilienz im familiären wie beruflichen Kontext.

Auf dem New Employer Brand Summit von Charter am 9. Juni in New York City stellte Kennedy eine Drei-Schritte-Formel vor, die sowohl Eltern als auch Führungskräfte anwenden können, um Ängste angesichts von Unsicherheit zu lindern. Es sei eine Strategie, die sich jeder Elternteil und jede Führungskraft „einprägen sollte", betonte sie in ihrem Vortrag.

Unbenannte Unsicherheit ist das eigentliche Problem

Kennedys zentrales Argument ist dabei überraschend klar: „Nicht die Ungewissheit an sich löst ein Gefühl der Unsicherheit aus, sondern vielmehr die unbenannte Ungewissheit." Wer offen zugibt, was er nicht weiß, anstatt Dinge zu beschönigen oder vorzugeben, alle Antworten zu haben, hilft seinem Umfeld, sich mit Veränderungen wohler zu fühlen. Dieses Prinzip gilt laut Kennedy sowohl im Familienalltag als auch in der Unternehmensführung.

Als konkretes Beispiel nannte Kennedy ein Kind, das in eine Fußballmannschaft aufgenommen werden möchte. Eltern können die dreiteilige Formel anwenden, indem sie zunächst die Situation benennen, dann die eigene Unsicherheit über den Ausgang offen eingestehen und schließlich signalisieren, dass sie informieren werden, sobald mehr bekannt ist. Dieses strukturierte Vorgehen gibt dem Kind das Gefühl, wahrgenommen zu werden – auch wenn die Antwort noch aussteht.

Am Arbeitsplatz funktioniert dieselbe Methode, wenn Vorgesetzte ihr Team über mögliche Veränderungen informieren. Statt Unsicherheiten zu verschweigen oder falsche Sicherheit zu vermitteln, empfiehlt Kennedy, transparent zu kommunizieren: die Situation ansprechen, das Unbekannte benennen und eine Rückmeldung in Aussicht stellen, sobald neue Informationen vorliegen.

Das Flugzeug-Beispiel als Metapher für gute Führung

Kennedy veranschaulichte ihr Konzept mit einem einprägsamen Vergleich: Passagiere, die Turbulenzen im Flugzeug erleben, fühlen sich „schrecklich", wenn der Pilot schweigt und sie im Unklaren lässt. Spricht der Pilot das Offensichtliche hingegen an – etwa mit den Worten: „Wir fliegen gerade durch Turbulenzen. Ich weiß nicht genau, wie lange sie anhalten werden, aber sobald ich mehr Informationen habe, melde ich mich wieder bei Ihnen" – empfinden viele Passagiere sofort Erleichterung.

Der entscheidende Punkt dabei: Der Pilot hat in diesem Moment keine neuen Informationen geliefert, die das Problem lösen. Was sich verändert hat, ist allein die Bereitschaft zur Transparenz und zur Kommunikation. Die verantwortliche Person zeigt, dass sie die Sorgen der anderen wahrnimmt und ernst nimmt – das reicht oft aus, um Vertrauen zu stärken.

Wie Kennedy es treffend formulierte: „Alles ändert sich, nur weil man bereit war, es anzusprechen." Für Führungskräfte und Eltern gleichermaßen ist das eine wichtige Erkenntnis: Kommunikation über Unsicherheit schafft Sicherheit – auch dann, wenn die Antworten noch fehlen. In einer Zeit, in der Veränderungen in Unternehmen und im Alltag allgegenwärtig sind, bietet Kennedys Drei-Schritte-Formel einen praktischen und psychologisch fundierten Ansatz für mehr Gelassenheit im Umgang mit dem Unbekannten.

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