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Vom Lehrerzimmer zum Fidget-Toy-Unternehmen mit 428.000 Dollar Umsatz

Eine Ex-Lehrerin und ihr Vater bauen gemeinsam ein florierendes 3D-Druck-Unternehmen für Fidget-Spielzeuge auf.

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Vom Lehrerzimmer zum Fidget-Toy-Unternehmen mit 428.000 Dollar Umsatz

Victoria Baumann, 32, und ihr Vater Charlie Moreton, 51, haben mit Victoria Essie Studio ein bemerkenswertes Kleinunternehmen aufgebaut. Im Jahr 2025 erzielte das in North Carolina ansässige Unternehmen einen Bruttoumsatz von rund 428.000 US-Dollar – mit 3D-gedruckten Fidget-Clickern, die millionenfach auf Social Media für Aufsehen gesorgt haben.

Baumann gründete Victoria Essie Studio bereits 2018 als Nebenprojekt, während sie als Vollzeitlehrerin arbeitete. Sie verkaufte zunächst Aquarellbilder und Schmuck aus Polymer-Ton. Der Lehrerberuf habe sie jedoch ausgebrannt, sagt sie: „Ich habe es absolut geliebt, Lehrerin zu sein, aber der Beruf hat mich wirklich ausgebrannt." 2019 gab sie den Job auf, arbeitete zeitweise in einer Eisdiele und machte das Studio 2022 zu ihrem Vollzeitberuf.

Der entscheidende Wendepunkt kam 2025, als Moreton – hauptberuflich Netzwerksicherheitsingenieur und 3D-Druck-Hobbyist – auf ein Design für einen kuchenförmigen Fidget-Clicker stieß. Das Design passte perfekt zum künstlerischen Stil seiner Tochter: niedlich, farbenfroh und von Y2K-Nostalgie geprägt. Er stieg in das Unternehmen ein, und gemeinsam erschlossen sie eine lukrative Nische.

Was sind Fidget-Clicker?

Fidget-Clicker sind kleine taktile Geräte, die Nutzer drücken, klicken oder in den Händen halten, um Emotionen zu regulieren oder die Konzentration zu fördern. Gesundheitsexperten empfehlen sie besonders für Menschen mit Angststörungen, ADHS oder Autismus-Spektrum-Störungen. Man kann sie als die Weiterentwicklung der Fidget-Spinner aus den 2010er Jahren betrachten. Der weltweite Markt für Fidget-Spielzeuge wurde laut Fortune Business Insights im Jahr 2025 mit über 9 Milliarden US-Dollar bewertet – mit weiteren Wachstumsprognosen für das nächste Jahrzehnt.

Die Fidgets von Victoria Essie Studio haben laut Baumann „die gleiche Art von mechanischer Komponente wie eine mechanische Tastatur. Sie haben also dieses wirklich angenehme taktile Gefühl und Klicken." Das Sortiment reicht von herzförmigen Pralinenschachteln über Müslischalen bis hin zu Giftpilzen – viele Designs entstehen in Zusammenarbeit mit externen Künstlern, für deren Entwürfe das Studio kommerzielle Lizenzen erwirbt.

Produktion rund um die Uhr

Der Produktionsprozess ist aufwendig: Jedes Fidget besteht aus zwei bis sechs 3D-gedruckten Kunststoffteilen. Das Drucken einfacherer Modelle dauert etwa 17 Stunden, komplexere Projekte können drei bis vier Tage in Anspruch nehmen. Die Montage hingegen geht schnell – rund 100 Fidget-Clicker lassen sich in weniger als einer Stunde zusammenbauen. Mittlerweile besitzt das Unternehmen 30 Drucker.

Das Unternehmen verzeichnet durchschnittlich etwa 1.500 Bestellungen pro Monat. An sogenannten Drop-Tagen, wenn neue Designs veröffentlicht werden, können bis zu 400 Bestellungen auf einmal eingehen. Fidgets in Standardgröße kosten zwischen 5 und 30 US-Dollar, lebensgroße Versionen zwischen 100 und 125 US-Dollar.

Solide Finanzen ohne Fremdkapital

Im Jahr 2025 erzielte Victoria Essie Studio einen Nettogewinn von rund 94.000 US-Dollar. Baumann zahlte sich selbst 36.000 US-Dollar aus und plant, diesen Betrag 2026 auf 78.000 US-Dollar zu erhöhen – fast das Vierfache ihres früheren Lehrergehalts. Moreton verzichtete 2025 zunächst auf ein Gehalt, um die finanzielle Gesundheit des Unternehmens zu sichern, und bezieht seit 2026 wöchentlich 750 US-Dollar. Trotz des rasanten Wachstums musste das Duo laut eigenen Angaben nie einen Unternehmenskredit aufnehmen.

Der Kundenstamm besteht überwiegend aus Frauen sowie neurodivergenten Menschen unterschiedlichen Alters. „Die Leute haben erkannt, dass es nicht nur etwas für Kinder ist", sagt Baumann. „Es gibt viele Erwachsene, die einfach etwas brauchen, um sich durch den Tag zu klicken." Für Baumann ist das Unternehmen mehr als nur ein finanzieller Erfolg: „Das hier tun zu können, ist wie ein Aufatmen."

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