DoorDash-Aktionäre sind nicht überzeugt vom Angriff auf Amazon
Die DoorDash-Aktie gibt nach, obwohl der 17-Milliarden-Dollar-Deal mit Instacart einen Marktanteil von 19 Prozent bringen soll.

Die Aktie von DoorDash (Ticker: DASH) notiert mit einem Minus von 0,14 Prozent – und das, obwohl das Unternehmen gerade den größten Zukauf seiner Geschichte angekündigt hat. Anleger sind offenbar nicht überzeugt, dass DoorDash dem Branchenprimus Amazon den Rang ablaufen kann. In mehreren Geschäftsfeldern ist der Lieferdienst inzwischen ein direkter Konkurrent des Online-Riesen geworden.
Ende letzten Monats kündigte DoorDash eine Vereinbarung an, den Lebensmittel-Lieferdienst Instacart für 17 Milliarden US-Dollar zu übernehmen. Die Bewertung der Plattform für die Lieferung von Lebensmitteln liegt damit auf einem Aufschlag von 26 Prozent gegenüber den Kursen, die vor dem Bekanntwerden der Gerüchte über den Deal gehandelt wurden. Der Markt hatte den Zusammenschluss also bereits vor der offiziellen Bestätigung weitgehend eingepreist.
Das kombinierte Unternehmen käme laut Daten von Emarketer auf einen Marktanteil von 19 Prozent bei den Online-Lebensmitteleinkäufen in den USA. Die beiden größten Anbieter liegen allerdings weit darüber: Amazon kommt auf 40 Prozent, Walmart auf 27 Prozent. Der Abstand zur Spitze bleibt damit beträchtlich, auch wenn DoorDash und Instacart zusammen deutlich näher an die führenden Wettbewerber heranrücken.
Der Zusammenschluss bringt DoorDash auf 19 Prozent Marktanteil
DoorDash bietet den Instacart-Aktionären 65 Dollar pro Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von etwa 26 Prozent auf den Schlusskurs vom 22. Oktober – dem Tag, bevor erste Berichte über Verkaufsgespräche die Runde machten. Die Finanzierung des Deals erfolgt zu mindestens 75 Prozent in bar. Zur Deckung der Kosten nimmt DoorDash einen Überbrückungskredit auf, der nach Angaben aus dem Umfeld der Transaktion von JPMorgan bereitgestellt wird.
Für DoorDash ist es die bisher größte Akquisition in der Unternehmensgeschichte. Der Deal soll voraussichtlich in etwa einem Jahr abgeschlossen sein. Nach Angaben der Unternehmen erweitert er die Optionen für Kunden und ermöglicht mehr Verkäufern den Zugang zu den Dienstleistungen. Instacart-Einkäufer könnten künftig aus 150.000 Geschäften einkaufen, gegenüber den derzeitigen 100.000.
Damit dringt DoorDash über den Restaurantbereich hinaus auch in den Einzelhandel vor. Das Unternehmen bringt künftig Mahlzeiten, Bedarfsartikel des täglichen Lebens und große Wocheneinkäufe direkt zu den Kunden. Der Zusammenschluss markiert einen bedeutenden Schritt in der Konsolidierung des hart umkämpften Marktes für Lebensmittellieferungen.
Der US-Markt für Online-Lebensmitteleinkäufe ist stark konzentriert. Mit Amazon und Walmart halten die beiden größten Anbieter Marktanteile von 40 Prozent und 27 Prozent – deutlich mehr als das kombinierte Unternehmen mit seinen 19 Prozent. Der Zukauf verschafft DoorDash zwar eine spürbar stärkere Position im Lebensmittelgeschäft, ändert aber nichts an der Dominanz der beiden Platzhirsche.
Bereits am 27.10.2026 berichtete aktien.news über fortgeschrittene Verhandlungen
Die aktuelle Skepsis der Anleger hat eine Vorgeschichte. Bereits am 27.10.2026 berichtete aktien.news, dass sich DoorDash in „fortgeschrittenen Verhandlungen" über den Kauf des Lebensmittel-Lieferdienstes Instacart (Ticker: CART) befinde. Das Wall Street Journal hatte am Montag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtet, dass Instacart in einem solchen Deal mit rund 17 Milliarden Dollar bewertet würde. Eine Einigung könnte dem Bericht zufolge bereits in dieser Woche erzielt werden – allerdings schränkte das Journal ein, dass die Gespräche auch noch scheitern könnten.
Am selben Tag meldete aktien.news weitere Details: Instacart, das 2023 an die Börse gegangen war, hatte vor der Berichterstattung des Wall Street Journal über die fortgeschrittenen Verhandlungen einen Marktwert von rund 13 Milliarden US-Dollar. Die Aktien stiegen nach der Meldung um etwa 5 Prozent. Der Markt honorierte damit die Aussicht auf einen Übernahmepreis, der deutlich über dem bisherigen Börsenwert lag.
Am 29.10.2026 berichtete aktien.news, dass DoorDash die Übernahme seines Konkurrenten Instacart für rund 17 Milliarden US-Dollar angekündigt hat. Die Transaktion stellt die bisher größte Akquisition in der Geschichte von DoorDash dar und markiert einen bedeutenden Schritt in der Konsolidierung des hart umkämpften Marktes für Lebensmittellieferungen. Damals wurden bereits die 65 Dollar pro Aktie, der Aufschlag von etwa 26 Prozent auf den Schlusskurs vom 22. Oktober sowie die Finanzierung zu mindestens 75 Prozent in bar und der Überbrückungskredit genannt.
Am 30.10.2026 folgte die Einordnung: DoorDash kauft Instacart für 17 Milliarden US-Dollar, womit ein Marktführer entsteht, der Mahlzeiten, Bedarfsartikel des täglichen Lebens und große Wocheneinkäufe direkt an die Kunden bringt. Der Deal soll voraussichtlich in etwa einem Jahr abgeschlossen sein. Instacart-Einkäufer könnten künftig aus 150.000 Geschäften einkaufen, gegenüber den derzeitigen 100.000.
Für Anleger bleibt der Abstand zu Amazon und Walmart das zentrale Risiko
Für deutsche Privatanleger ist die Botschaft des Marktes zwiespältig. Einerseits wächst DoorDash mit dem Zukauf in ein Geschäftsfeld hinein, das bislang von Amazon und Walmart dominiert wird. Andererseits zeigt der Kursrückgang von 0,14 Prozent, dass die Börse die Erfolgsaussichten dieses Angriffs skeptisch beurteilt. Der Marktanteil von 19 Prozent liegt deutlich unter den 40 Prozent von Amazon und den 27 Prozent von Walmart.
Hinzu kommt der Preis: Mit einem Aufschlag von 26 Prozent auf die Kurse vor Bekanntwerden der Gerüchte ist ein erheblicher Teil der erwarteten Vorteile bereits in der Bewertung enthalten. Anleger sollten die Chancen des Unternehmens nach Einschätzung der Quelle nicht unterschätzen – sie müssen aber auch die Risiken eines milliardenschweren Zukaufs im Blick behalten. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.
Bemerkenswert ist auch die Reaktion der Instacart-Aktionäre: Nach der ersten Berichterstattung über die fortgeschrittenen Verhandlungen stiegen die Aktien um etwa 5 Prozent, weil der gebotene Preis von 65 Dollar pro Aktie über dem bisherigen Börsenwert von rund 13 Milliarden US-Dollar lag. Für DoorDash-Anleger stellt sich dagegen die Frage, ob sich der gezahlte Aufschlag langfristig auszahlt.
Der Abschluss des Deals wird erst in etwa einem Jahr erwartet
Der Zeitplan ist lang: Der Deal soll voraussichtlich in etwa einem Jahr abgeschlossen sein. Bis dahin müssen die Aktionäre von Instacart dem Angebot von 65 Dollar pro Aktie zustimmen und die Transaktion muss die üblichen Hürden nehmen. Erst danach wird sich zeigen, ob das kombinierte Unternehmen den Marktanteil von 19 Prozent tatsächlich in Wachstum ummünzen kann. Konkrete Prognosen für Umsatz oder Gewinn nach dem Zusammenschluss nennt die Quelle nicht.
Diese drei Fachbegriffe helfen beim Verständnis des Deals
- Marktanteil: Der Marktanteil gibt an, welchen Anteil eines Marktes ein Unternehmen gemessen am Umsatz oder Volumen auf sich vereint.
- Aufschlag: Ein Aufschlag bezeichnet den Preis, den ein Käufer über dem zuletzt gehandelten Börsenkurs einer Zielgesellschaft bietet.
- Überbrückungskredit: Ein Überbrückungskredit ist eine kurzfristige Finanzierung, die eine größere Transaktion vorfinanziert, bis die endgültige Finanzierung steht.
