Deutschland erhält MKS-frei-Status zurück
Handelsbeschränkungen gelockert, Ausnahmezone in Brandenburg bleibt bestehen

Deutschland hat seinen Status als „MKS-frei“ zurückerlangt. Die Weltorganisation für Tiergesundheit hat das entsprechende Siegel wieder eingesetzt, wie das Bundesagrarministerium mitteilte. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Normalisierung des internationalen Handels mit landwirtschaftlichen Produkten. Der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche im Januar hatte erhebliche wirtschaftliche Folgen für die Branche. Agrarminister Cem Özdemir betonte, dass der wiedererlangte Status ein deutliches Zeichen an Handelspartner sende. Dies sei insbesondere für Verhandlungen mit Ländern außerhalb der Europäischen Union von großer Bedeutung.
Der Ausbruch der Seuche führte zu umfassenden Handelsbeschränkungen. Mehrere Nicht-EU-Staaten wie Großbritannien, Südkorea und Mexiko hatten Importstopps für Fleisch- und Milchprodukte aus Deutschland verhängt. Innerhalb der EU galt hingegen das Prinzip der Regionalisierung. Produkte aus nicht betroffenen Regionen konnten weiterhin gehandelt werden. China hatte die Einfuhr von Milchprodukten aus Deutschland bereits Anfang März wieder erlaubt. Das Land ist ein wichtiger Absatzmarkt für die deutsche Milchindustrie, ein Viertel der deutschen Milchexporte geht dorthin.
Die Branche verzeichnete durch die Einschränkungen hohe wirtschaftliche Verluste. Der Deutsche Bauernverband befürchtete monatelange Folgen für Landwirte. Der betroffene Betrieb in Brandenburg war der erste, bei dem seit 1988 ein Ausbruch der Maul- und Klauenseuche festgestellt wurde. Um das Infektionsgeschehen einzudämmen, wurden eine Schutzzone mit einem Radius von drei Kilometern und eine Überwachungszone mit einem Radius von zehn Kilometern eingerichtet. Nach Angaben des Bundesagrarministeriums blieb der Ausbruch auf diesen Betrieb beschränkt.
Trotz der Wiederherstellung des „MKS-frei“-Status gilt weiterhin eine Ausnahme für die Zone rund um den betroffenen Betrieb in Brandenburg. Die dortigen Eindämmungsmaßnahmen bleiben bestehen. Brandenburgs Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt sprach dennoch von einem positiven Signal für Tierhalter in Deutschland. Der internationale Handel sei weitgehend wieder möglich, nur in der betroffenen Zone gelten weiterhin Beschränkungen. Özdemir äußerte sich zuversichtlich, dass sich die Handelsbeziehungen bald vollständig normalisieren werden. Der Agrarminister erwartet, dass landwirtschaftliche Betriebe rasch wieder Zugang zu ihren gewohnten Absatzmärkten erhalten.
