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Deutsche Produktion bricht ein – Autoindustrie mit 9,2 Prozent Minus

Produktion fällt trotz Rekord-Auftragsbüchern – Autoindustrie mit 9,2 Prozent Einbruch als Hauptbelastung

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Deutsche Produktion bricht ein – Autoindustrie mit 9,2 Prozent Minus

Die deutsche Industrie bekommt weiterhin kein Bein auf den Boden. Im Juli fiel die Produktion überraschend stark – und das trotz einer deutlich verbesserten Auftragslage. Besonders die Autoindustrie bremste die gesamte Konjunktur aus.

Industrie, Bau und Energieversorger produzierten gemeinsam 1,1 Prozent weniger als im Juni, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Es ist der stärkste Rückgang seit August 2025. Ökonomen hatten dagegen mit einem Mini-Plus von 0,1 Prozent gerechnet. Der Vormonat Juni wurde zudem auf Stagnation revidiert – zuvor war ein leichtes Wachstum von 0,2 Prozent gemeldet worden.

Autoindustrie als Hauptbremsklotz

Die schwache Entwicklung geht maßgeblich auf einen Sondereffekt in der Automobilindustrie zurück. Hier brach die Produktion um 9,2 Prozent ein. „Ausschlaggebend dürfte unter anderem eine mehrwöchige Produktionspause sein“, erklärten die Statistiker. Neben den üblichen Werksferien bei Volkswagen und anderen Herstellern kam es im BMW-Werk Leipzig zu einer fast sechswöchigen Pause, weil die Produktion auf weitere Elektroautos umgestellt wurde.

Die heimische Industrie insgesamt schrumpfte um 2,2 Prozent. „Die heimische Industrie kann bislang nicht von der seit Jahresbeginn positiven Entwicklung der Auftragseingänge profitieren“, sagte Jupp Zenzen, Konjunkturexperte der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). „Die Produktion findet zunehmend an den ausländischen Standorten statt.“ In Deutschland sei sie auf den niedrigsten Stand seit der Corona-Pandemie gefallen. Ein nachhaltiger Aufschwung setze Verbesserungen bei den Standortbedingungen voraus.

Bau und Energie legen zu – Niedrigwasser bremst

Positive Signale kamen immerhin vom Bau und von den Energieversorgern. Die Bauproduktion wuchs um 0,9 Prozent. Die Energieerzeugung legte sogar um 4,7 Prozent zu. „Der Anstieg in diesem Bereich ist dabei insbesondere auf die Stromerzeugung aus Windkraft und Photovoltaik zurückzuführen“, hieß es vom Statistischen Bundesamt.

Belastet wurde die Industrie zudem durch das Niedrigwasser im Rhein. „Kurzfristig könnte die seit Mitte Juni eingeschränkte Rheinschifffahrt in den Sommermonaten die Produktion gedämpft haben“, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium. „Bremseffekte dürften auch vom Niedrigwasser im Rhein ausgegangen sein“, ergänzte Alexander Krüger, Chefvolkswirt der Bank Bethmann HAL. „Manches Unternehmen hatte die Produktion deshalb gedrosselt.“ KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher rechnet sogar damit, dass die Produktion auch im August und September unter dem Niedrigwasser gelitten hat.

Auftragsbücher so voll wie nie – Erholung erst im vierten Quartal?

Trotz der tristen Produktionszahlen gibt es Lichtblicke: Die Auftragsbücher der Industrie sind mittlerweile so gut gefüllt wie noch nie seit Beginn der Statistik 2015. Steigende Auftragseingänge und verbesserte Stimmungsindikatoren signalisierten einen Aufwärtstrend, so KfW-Experte Schumacher. Das dürfte sich aber „vermutlich erst im vierten Quartal auch deutlich in den Produktionszahlen widerspiegeln“.

Auch die deutsche Wirtschaft insgesamt ist im ersten Halbjahr trotz der Belastungen durch den Iran-Krieg robuster gewachsen als erwartet. Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Prognosen für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr auf bis zu 1,4 Prozent angehoben. Die Bundesregierung geht bislang lediglich von 0,5 Prozent aus – hier könnte also noch Nachholbedarf nach oben bestehen.

Für Anleger bleibt die Lage zweigeteilt: Während die konjunktursensiblen Industrieaktien kurzfristig unter Druck bleiben dürften, könnten die positiven Auftragsdaten und die Aussicht auf eine Erholung im vierten Quartal für vorsichtigen Optimismus sorgen. Die Energiewende profitiert derweil von der starken Nachfrage nach Wind- und Solarstrom – ein Thema, das auch international an den Börsen zunehmend Beachtung findet.

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