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Deutsche Bank warnt: Silbermarkt droht 2027 ein Überangebot

Steigende Bestände und rückläufige Industrienachfrage könnten den Silbermarkt bereits im kommenden Jahr ins Überangebot kippen.

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Deutsche Bank warnt: Silbermarkt droht 2027 ein Überangebot

Die Deutsche Bank rechnet damit, dass sich die jahrelange Silberknappheit schon bald in ihr Gegenteil verkehren könnte. In einem neuen Bericht warnt die Bank, dass steigende Silberbestände und eine rückläufige industrielle Nachfrage bereits im kommenden Jahr zu einem Überangebot am Markt führen könnten. Für Anleger, die Silber in den vergangenen Monaten als knappes Industriemetall gehalten haben, ist das ein wichtiges Signal.

Konkret nennt der Bericht eine Preisprognose für das zweite Quartal 2027: Der Spotkurs für Silber könnte dann durchschnittlich 70 US-Dollar pro Unze betragen. Die Meldung stammt vom Fachportal Northern Miner, das über den Bericht der Deutschen Bank berichtet. Damit deutet sich eine Trendwende an – weg von der Verknappung, hin zu einem möglichen Angebotsüberschuss.

Der Silbermarkt war in den vergangenen Jahren von einem anhaltenden Defizit geprägt. Genau diese Knappheit hatte den Preis zeitweise auf Rekordhöhen getrieben. Wenn nun zusätzliche Bestände auf den Markt kommen und gleichzeitig die industrielle Nachfrage nachlässt, verschiebt sich das Gleichgewicht – mit Folgen für den Preis.

Die Details

Im Zentrum des Berichts der Deutschen Bank stehen zwei Entwicklungen. Zum einen steigen die Silberbestände, zum anderen geht die industrielle Nachfrage zurück. Beide Faktoren zusammen könnten laut der Bank bereits im kommenden Jahr – also 2027 – zu einem Überangebot führen. Ein Überangebot entsteht, wenn mehr Metall verfügbar ist, als von der Industrie und von Anlegern nachgefragt wird.

Als konkrete Zahl nennt der Bericht einen möglichen durchschnittlichen Spotpreis von 70 US-Dollar pro Unze im zweiten Quartal 2027. Der Spotpreis ist der Preis für sofortige Lieferung des Metalls. Die Deutsche Bank liefert damit eine der ersten größeren Prognosen, die für Silber im Jahr 2027 eine Normalisierung des Marktes in Aussicht stellt.

Bemerkenswert ist der Zeitpunkt der Warnung. Sie fällt in eine Phase, in der Silber zuvor durch eine außergewöhnliche Rally und anschließend durch einen heftigen Einbruch geprägt war. Die Deutsche Bank reiht sich damit in eine Serie von Bankprognosen ein, die den Silbermarkt zuletzt zunehmend nüchterner bewerteten.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 17.01.2026 berichtete aktien.news, dass die Bank of America vor einer Überbewertung von Silber warnte. Die Preise waren seit Jahresbeginn um mehr als 25 Prozent gestiegen. Der Rohstoffstratege Michael Widmer identifizierte damals Privatanleger als Haupttreiber der Rally und erklärte, man sei zwar für 2026 bullisch positioniert gewesen, doch die jüngste exponentielle Rally sei stärker ausgefallen als erwartet.

Am 11.02.2026 meldete aktien.news, dass die weltweite Silbernachfrage 2026 voraussichtlich stabil bleiben würde, obwohl die industrielle Verwendung zurückgeht. Das teilte das Silver Institute mit. Steigende physische Investitionen sollten die Rückgänge bei Industrie, Schmuck und Silberwaren weitgehend ausgleichen. Silber notierte damals bei rund 81 US-Dollar pro Feinunze, ein Plus von 14 Prozent seit Jahresbeginn. Ende Januar hatte massive Kaufaktivität von Privatanlegern den Preis auf ein Rekordhoch von 121,60 Dollar getrieben. Im Gesamtjahr 2025 war der Silberpreis um 147 Prozent gestiegen. Trotz der hohen Preise steuerte der Silbermarkt auf das sechste Defizitjahr in Folge zu.

Am 30.04.2026 berichtete aktien.news, dass die UBS ihre Silberpreisprognosen deutlich senkte. Als Gründe nannte die Schweizer Großbank eine schwächere Investmentnachfrage, einen geringeren industriellen Verbrauch sowie ein höheres Minenangebot. Der Spot-Silberpreis notierte damals bei rund 73,80 US-Dollar. Die UBS prognostizierte den Silberpreis für Ende Juni bei 85 US-Dollar – gegenüber einem vorherigen Ausblick von 100 US-Dollar. Das September-Ziel wurde von 95 auf 85 US-Dollar gesenkt, das Dezember-Ziel von 85 auf 80 US-Dollar. Die Prognose für März 2027 lag nun bei 75 US-Dollar, nach zuvor 85 US-Dollar.

Am 13.07.2026 berichtete aktien.news über die Doppelnatur von Silber. Während Gold primär als klassisches Wertaufbewahrungsmittel gilt, vereint Silber diese Eigenschaft mit einer breiten industriellen Nutzung. Silber findet demnach in zahlreichen Zukunftstechnologien Verwendung, besonders in Solarmodulen und KI-Chips. Diese industrielle Nachfrage verleiht Silber eine eigene Dynamik – macht das Metall aber auch besonders volatil.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger zeigt die Serie der Berichte ein Muster: Die großen Banken bewerten den Silbermarkt zunehmend vorsichtiger. Die UBS senkte ihre Ziele, die Bank of America warnte vor Überbewertung, und nun rechnet die Deutsche Bank für 2027 mit einem Überangebot. Wer Silber als reine Knappheitswette hält, sollte diese Entwicklung im Blick behalten.

Gleichzeitig bleibt Silber ein Metall mit zwei Gesichtern. Die industrielle Nachfrage aus Zukunftstechnologien wie Solarmodulen und KI-Chips stützt den Markt langfristig, während Investmentströme und Bestandsveränderungen kurzfristig für starke Ausschläge sorgen. Ein Überangebot würde den Preis tendenziell belasten, doch die tatsächliche Entwicklung hängt vom Zusammenspiel von Angebot, Industrienachfrage und Investorenverhalten ab. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.

Ausblick

Die Deutsche Bank erwartet für das zweite Quartal 2027 einen durchschnittlichen Spotpreis von 70 US-Dollar pro Unze. Sollten die Bestände weiter steigen und die industrielle Nachfrage nachlassen, könnte sich die Knappheit der Vorjahre in ein Überangebot verwandeln. Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich diese Prognose bestätigt.

Kurz erklärt

  • Spotpreis: Der Preis für ein Edelmetall bei sofortiger Lieferung, im Gegensatz zu Terminkontrakten.
  • Überangebot: Eine Marktlage, in der mehr Ware verfügbar ist, als nachgefragt wird.
  • Industrielle Nachfrage: Der Verbrauch eines Rohstoffs durch die produzierende Wirtschaft, etwa in der Elektronik oder Solartechnik.
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