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Deloitte-Umfrage: KIs sollen bei jedem zweiten britischen Unternehmen Stellen abbauen

52 Prozent der britischen Finanzchefs rechnen laut einer Deloitte-Umfrage mit Personalabbau durch künstliche Intelligenz im kommenden Jahr.

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Deloitte-Umfrage: KIs sollen bei jedem zweiten britischen Unternehmen Stellen abbauen

Große britische Unternehmen könnten im kommenden Jahr zahlreiche Stellen streichen. Nach einer repräsentativen Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte unter Chief Financial Officers (CFOs) erwarten 52 Prozent der Finanzchefs, dass künstliche Intelligenz (KI) Personal ersetzt. Deloitte veröffentlichte die Ergebnisse am Mittwoch.

Damit rechnet mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen damit, Beschäftigte durch KI-Systeme zu ersetzen – und das, obwohl die Technologie noch am Anfang ihrer Verbreitung steht. Die Umfrage richtete sich an CFOs großer britischer Unternehmen, also an die Finanzvorstände, die in vielen Betrieben über Budgets, Investitionen und damit auch über den Personalbedarf mitentscheiden.

Bemerkenswert ist das Spannungsfeld zwischen Erwartung und Umsetzung. Zwar rechnet eine Mehrheit der Finanzchefs mit Stellenabbau, doch die tatsächliche Einführung der Technologie hinkt deutlich hinterher. Die Umfrage deutet darauf hin, dass viele Unternehmen die KI-Effekte bislang eher planen als realisieren.

Nur ein Viertel der erwarteten Veränderungen umgesetzt

Deutlich wird diese Lücke an einer zweiten Zahl der Erhebung: Mehr als zwei Drittel der Befragten – 67 Prozent – gaben an, bislang lediglich ein Viertel der Veränderungen umgesetzt zu haben, die sie letztlich von der KI erwarten. Zwischen dem formulierten Anspruch und dem operativen Fortschritt klafft also eine erhebliche Lücke.

Für die Unternehmen bedeutet das eine doppelte Herausforderung. Einerseits müssen sie in KI-Technologien investieren und Prozesse umbauen, andererseits die Belegschaft auf diese Veränderungen vorbereiten. Dass zwei von drei Finanzchefs erst ein Viertel des erwarteten Wandels realisiert haben, zeigt, wie weit der Weg von der Strategie zur Praxis noch ist.

Die Ergebnisse sind auch über Großbritannien hinaus relevant. Deloitte gehört zu den großen Prüfungs- und Beratungsgesellschaften und ist weltweit tätig, unter anderem in Deutschland. Die Einschätzungen britischer Finanzvorstände gelten daher als Indikator dafür, wie Führungskräfte in großen Unternehmen die Folgen der KI für den Arbeitsmarkt einschätzen.

Was die Zahlen aussagen – und was nicht

Klar ist: Die Umfrage misst Erwartungen, nicht bereits vollzogene Entscheidungen. Die 52 Prozent der CFOs, die Personalabbau durch KI erwarten, beschreiben damit ihre Einschätzung für das kommende Jahr. Ob und in welchem Umfang tatsächlich Stellen gestrichen werden, lässt sich aus der Erhebung nicht ableiten.

Ebenso offen bleibt, welche Bereiche und Berufsgruppen betroffen wären. Die Studie nennt keine konkreten Abteilungen, Unternehmensgrößen oder Beschäftigungszahlen. Auch die Frage, ob frei werdende Stellen lediglich nicht neu besetzt oder bestehende Arbeitsplätze aktiv abgebaut werden, beantwortet die Erhebung nicht.

Für Privatanleger und Beschäftigte liefert die Umfrage dennoch ein wichtiges Signal. Sie zeigt, dass die Erwartung an KI-getriebenen Personalabbau in der Finanzführung großer britischer Konzerne angekommen ist – lange bevor die Technologie flächendeckend im Einsatz ist. Damit verschiebt sich die Debatte von der Frage, ob KI Arbeitsplätze verändert, hin zu der Frage, wie schnell dies geschieht.

Die entscheidende Entwicklung dürfte in den kommenden Quartalen sichtbar werden. Sollte die Umsetzung der KI-Vorhaben an Tempo gewinnen, könnte die Lücke zwischen Ankündigung und Realität schrumpfen – mit spürbaren Folgen für den britischen Arbeitsmarkt. Bleibt sie bestehen, wäre die weitverbreitete Erwartung eines Stellenabbaus vorerst vor allem eines: eine Prognose.

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