DEHOGA warnt vor Pleitewelle durch Mehrwertsteuererhöhung
Die Branche sieht eine mögliche Lösung in einer dauerhaften Absenkung der Mehrwertsteuer auf sieben Prozent

Die Rückkehr zur vollen Mehrwertsteuer von 19 Prozent bereitet vielen Betrieben im Gastgewerbe große Sorgen. Während der Pandemie erhielten sie Staatshilfen und die Mehrwertsteuer auf Speisen wurde abgesenkt. Doch nun fürchtet die Branche eine mögliche Pleitewelle, falls der Steuersatz wieder angehoben wird.
Catalina Kremers da Palma, Inhaberin des beliebten Restaurants "Tante Maja" in der Saarbrücker Altstadt, ist besorgt. Eine Mehrwertsteuererhöhung würde sie zwingen, die Preise um ein bis zwei Euro pro Gericht anzuheben. Viele Gäste könnten sich die erhöhten Preise nicht leisten und würden stattdessen zu Hause essen. Dies könnte dazu führen, dass die Restaurantbesuche abnehmen und die Betriebe ihre Kosten nicht mehr decken können.
Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA befürchtet sogar, dass rund 12.000 Betriebe bundesweit schließen müssten, wenn die Mehrwertsteuer wieder auf 19 Prozent steigt. Frank Hohrath, Geschäftsführer der DEHOGA Saarland, warnt vor einem Verlust vieler Existenzen, sowohl der Besitzer als auch der Beschäftigten.
Die Branche sieht eine mögliche Lösung in einer dauerhaften Absenkung der Mehrwertsteuer auf sieben Prozent, wie es in anderen EU-Ländern in der Gastronomie üblich ist. Kritiker wie Friedrich Heinemann vom Leibnitz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung argumentieren jedoch, dass der Staat dadurch hohe Einnahmeverluste hinnehmen müsse und dies sich negativ auf die Inflation auswirken könne.
Johannes Schäfer, Geschäftsführer eines Hotels und Restaurants, betont die weiterhin spürbaren Folgen der Corona-Pandemie für die Branche. Viele Betriebe haben trotz staatlicher Unterstützung noch immer mit den Folgen der Lockdowns zu kämpfen. Eine erneute Mehrwertsteuererhöhung könnte Investitionen verzögern und zu Rückschritten in der Qualität und beim Service führen.
Die Gastronomen hoffen, dass die Bundesregierung die weitreichenden Folgen eines Restaurant- und Gaststättensterbens bedenkt und eine dauerhafte Lösung für die Mehrwertsteuer findet, um das Aussterben der Innenstädte zu verhindern und die Attraktivität für die Gäste zu erhalten.
