DAX-Verluste und hohe Inflation verunsichern Anleger
US-Wahlen, steigende Rohstoffpreise und Wirtschaftsdaten beeinflussen die Märkte

Der DAX setzte seine Verluste fort und fiel um 1,13 Prozent auf 19.257 Punkte, nachdem er im Tagestief ein Minus von 1,4 Prozent verzeichnet hatte. Die Anleger reagierten nervös angesichts der bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen und einer hartnäckigen Inflation. Bereits am Vortag war der deutsche Leitindex um 0,3 Prozent gesunken und hatte damit unter dem Vorwochentief von 19.330 Punkten geschlossen, was das charttechnische Bild weiter eintrübte. Eine mögliche Unterstützung wird nun bei der Marke von 19.000 Punkten erwartet.
Die Inflationsrate in Deutschland stieg im Oktober auf 2,0 Prozent und übertraf damit die Erwartungen von 1,8 Prozent, was die Hoffnung auf sinkende Zinsen trübte. Gleichzeitig wuchs die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was insbesondere auf gestiegene Konsumausgaben zurückzuführen ist. Auch die Eurozone konnte mit einem Wirtschaftswachstum von 0,4 Prozent im selben Zeitraum überraschen, was die Erwartungen für zukünftige Zinssenkungen dämpfen könnte.
In den USA zeigten sich die Anleger ebenfalls zurückhaltend. Der Dow Jones notierte leicht im Plus, während die Technologiewerte der Nasdaq um 0,2 Prozent nachgaben. Die Veröffentlichung der Quartalszahlen von Meta Platforms und Microsoft am Abend wurde mit Spannung erwartet. Das amerikanische Bruttoinlandsprodukt wuchs im dritten Quartal um 2,8 Prozent, weniger als die erwarteten 2,9 Prozent. Der private Konsum stieg um 3,7 Prozent, was die Aussicht auf weitere Zinssenkungen der US-Notenbank verringert.
Der Goldpreis stieg auf ein Rekordhoch von 2.789,73 Dollar je Feinunze, angetrieben von der Unsicherheit vor den US-Wahlen und den Unruhen im Nahen Osten. Auch die Ölpreise legten zu, nachdem die US-Ölreserven überraschend um 0,5 Millionen Barrel gesunken waren. Spekulationen über eine mögliche Produktionsverzögerung der OPEC+ unterstützen diesen Anstieg.
Die Aktie von Alphabet profitierte von einem starken Cloud- und Werbegeschäft, während die von Eli Lilly aufgrund enttäuschender Ergebnisse unter Druck stand. Visa konnte hingegen aufgrund eines erfolgreichen Geschäftsjahres ein Rekordhoch erreichen. Bei Airbus kam es nach einem schwierigen ersten Halbjahr wieder zu einer Erholung, wobei der Gewinn im dritten Quartal um 22 Prozent auf 983 Millionen Euro stieg.
DAX-Unternehmen wie Infineon und Volkswagen verzeichneten Verluste, wobei Infineon im AMD-Sog abwärts rutschte und Volkswagen einen massiven Gewinneinbruch von 63,7 Prozent im dritten Quartal hinnehmen musste. Die Deutsche Post senkte ihre Jahresprognose, und BASF korrigierte seine Erwartungen nach unten. Daimler Truck verbuchte eine Wertberichtigung von 180 Millionen Euro in China, während die Grenke-Aktie aufgrund einer Gewinnwarnung stark fiel. Der Hamburger Hafen hob hingegen seine Prognose an, und die BVB-Aktien sanken nach einem Ausscheiden im DFB-Pokal.
