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Taiwan ermittelt gegen elf chinesische Firmen wegen Talentklau

185 Beamte durchsuchten 49 Standorte – im Fokus: illegale Rekrutierung taiwanesischer Chipingenieure durch chinesische Konzerne.

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Taiwan ermittelt gegen elf chinesische Firmen wegen Talentklau

Taiwan geht mit einer groß angelegten Razzia gegen chinesische Unternehmen vor, die verdächtigt werden, ohne Genehmigung taiwanesische Tech-Talente abzuwerben. Mehr als 185 Beamte durchsuchten in diesem Monat im Rahmen einer koordinierten Untersuchung 49 Standorte und befragten 90 Personen. Das taiwanesische Ermittlungsbüro bestätigte die Aktion gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Die betroffenen chinesischen Firmen sollen ihre wahren Eigentumsverhältnisse systematisch verschleiert haben. Dazu gründeten sie Niederlassungen in Taiwan unter dem Deckmantel ausländisch finanzierter Briefkastenfirmen oder eröffneten Büros ohne behördliche Genehmigung. Ziel war es offenbar, Ingenieure anzuwerben und illegalen Geschäften nachzugehen.

Bekannte Unternehmen unter den Verdächtigen

Zu den elf untersuchten Unternehmen zählen prominente Namen der chinesischen Technologiebranche. Darunter befinden sich:

  • Huaqin Technology – Elektronikhersteller (Börsenkürzel: 603296.SS)
  • Anker Innovations – Hersteller mobiler Stromversorgungsgeräte (300866.SZ)
  • Circuit Fabology Microelectronics Equipment – Halbleiter- und Leiterplattenausrüstung
  • Yangzhou Yangjie Electronic Technology – Leistungshalbleiterhersteller (300373.SZ)
  • SG Micro – Chipdesigner (300661.SZ)

Keines der genannten Unternehmen reagierte zunächst auf eine Stellungnahme-Anfrage von Reuters.

Das taiwanesische Recht verbietet chinesische Investitionen in sensiblen Bereichen der Halbleiter-Lieferkette, insbesondere im Chipdesign. Für andere Bereiche wie das Chip-Packaging gelten strenge Prüfpflichten. Damit ist es chinesischen Halbleiterunternehmen faktisch kaum möglich, legal auf der Insel tätig zu sein.

Hintergrund: Technologierivalität zwischen USA und China

Die Ermittlungen fallen in eine Zeit verschärfter geopolitischer Spannungen. Peking drängt angesichts des eskalierenden Technologiestreits mit Washington auf Eigenständigkeit bei fortschrittlichen Halbleitern – und ist dabei auf ausländisches Know-how angewiesen. Taiwan gilt als weltweites Zentrum der Chipfertigung und beheimatet Konzerne wie TSMC.

Eine bereits Ende 2020 eingerichtete Sondereinheit hat laut Ermittlungsbüro inzwischen mehr als 100 ähnliche Fälle bearbeitet. Dabei ging es stets um den Verdacht illegaler Rekrutierung und unerlaubter Geschäftstätigkeiten chinesischer Unternehmen auf taiwanesischem Boden.

Peking beansprucht Taiwan als Teil seines Territoriums und hat nie auf den Einsatz militärischer Mittel verzichtet. Taiwan weist diese Ansprüche entschieden zurück und besteht darauf, dass allein die eigene Bevölkerung über die Zukunft der Insel entscheiden darf.

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