Alphabet-Aktie: Analyst sieht Cloud-Potenzial statt KI-Ranglisten-Denken
Alphabet-Aktien verloren 15 Prozent, doch ein Analyst rät, den Fokus auf die Cloud zu legen.

Die Aktienkurse von <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AGOOG">Alphabet sind in den vergangenen Monaten unter Druck geraten. Seit den Höchstständen im Mai verbuchte die Google-Mutter einen Rückgang von rund 15 Prozent. Grund dafür ist die zunehmende Skepsis der Anleger hinsichtlich der KI-Fähigkeiten des Technologiekonzerns.
Hochkarätige Abgänge aus dem renommierten Google DeepMind-Labor sowie die Verzögerung beim Gemini 3.5 Pro-Modell haben Zweifel aufkommen lassen, ob Alphabet seine führende Position in der Künstlichen Intelligenz noch halten kann. Viele Marktteilnehmer fragen sich, ob Wettbewerber wie OpenAI oder Anthropic das Rennen um die beste KI-Technologie bereits für sich entschieden haben.
Analyst rät zu anderer Perspektive
Michael Nathanson, Analyst bei MoffettNathanson, hält diese Fixierung auf KI-Ranglisten jedoch für verfehlt. Nach seiner Einschätzung spielt Alphabet ein völlig anderes Spiel als die reinen KI-Entwickler. Investoren sollten sich nicht ausschließlich auf die relative Leistung der KI-Modelle von Alphabet konzentrieren, sondern vielmehr das Cloud-Potenzial des Unternehmens in den Blick nehmen.
Der Analyst sieht in der Google Cloud Platform einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil, der in der aktuellen Diskussion um KI-Modellvergleiche oft übersehen wird. Während OpenAI und Anthropic primär als Anbieter von KI-Modellen auftreten, verfügt Alphabet über eine tief integrierte Cloud-Infrastruktur, die KI-Dienste direkt an Unternehmen liefern kann.
Cloud-Geschäft als Trumpf
Die Google Cloud hat in den vergangenen Jahren massiv aufgeholt und gehört mittlerweile zu den drei größten Cloud-Anbietern weltweit. Die Kombination aus eigener KI-Entwicklung und Cloud-Plattform könnte sich als entscheidender Vorteil erweisen. Unternehmen, die KI-Lösungen einsetzen wollen, greifen häufig auf Cloud-Dienste zurück – ein Bereich, in dem Alphabet mit seiner Infrastruktur direkt von der wachsenden KI-Nachfrage profitiert.
Nathansons Einschätzung zufolge verpassen jene Investoren das große Bild, die sich allein auf Benchmarks und Modellvergleiche konzentrieren. Der wahre Wert von Alphabet im KI-Zeitalter liege nicht allein darin, das leistungsfähigste Modell zu besitzen, sondern darin, KI-Dienste über die Cloud-Plattform skalierbar und profitabel anbieten zu können.
Bewertung aus deutscher Perspektive
Für deutsche Anleger ist diese Differenzierung wichtig. Während die Schlagzeilen oft von technischen Durchbrüchen einzelner KI-Modelle dominiert werden, entscheidet am Ende häufig das Geschäftsmodell über den wirtschaftlichen Erfolg. Alphabet mag im direkten KI-Modellvergleich hinterherhinken, doch das Unternehmen verfügt über Vertriebsstrukturen, Kundenbeziehungen und eine Cloud-Infrastruktur, von denen reine KI-Startups nur träumen können.
Die kommenden Quartalszahlen werden zeigen, ob sich die Cloud-Strategie von Alphabet weiterhin auszahlt und ob die Investoren wieder mehr Vertrauen in die Aktie fassen. Bis dahin bleibt die Aktie mit einem Abschlag von 15 Prozent zum Jahreshoch für langfristig orientierte Anleger zumindest interessant.
