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Chinesische Immobilienaktien steigen: Peking kündigt weitere Stützungsmaßnahmen an

Vanke, Longfor und Sunac legen deutlich zu, nachdem der Staatsrat unter Li Qiang neue Maßnahmen zur Stabilisierung des Immobilienmarktes angekündigt hat.

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Chinesische Immobilienaktien steigen: Peking kündigt weitere Stützungsmaßnahmen an

Die chinesischen Immobilienaktien sind am Dienstag deutlich gestiegen, nachdem Beamte Pläne zur weiteren Stabilisierung des Immobilienmarktes durch fiskalische Ausgaben, erleichterte Schuldverschreibungsausgaben und Zinsänderungen dargelegt hatten. Chinas Premierminister Li Qiang leitete am Montag eine Exekutivsitzung des Staatsrates, die darauf abzielte, „stärkere gegenzyklische makroökonomische Anpassungsmaßnahmen“ für den Immobiliensektor umzusetzen. Die Aussicht auf zusätzliche staatliche Unterstützung sorgte im Hongkonger Handel für spürbaren Auftrieb bei den zuletzt stark gebeutelten Titeln der Branche.

An der Spitze der Gewinner stand China Vanke Co Ltd (HK: 2202), die im Hongkonger Handel am Dienstag um 7,1% kletterte. Auch die übrigen großen Entwickler legten zu: Longfor Properties Co Ltd (HK: 0960) gewann 3,8%, Sunac China Holdings Ltd (HK: 1918) sprang um 4,7% an, während China Resources Land Ltd (HK: 1109) und Poly Property Group Co Ltd (HK: 0119) jeweils um 3,4% zulegten. Damit erholten sich die Kurse der Branche von dem anhaltenden Abwärtsdruck der vergangenen Monate.

Staatsrat setzt auf gegenzyklische Maßnahmen

Die Sitzung am Montag fand nur wenige Wochen nach Berichten statt, die zeigten, dass China eingegriffen hatte, um einen potenziellen Default bei dem angeschlagenen Entwickler Vanke zu vermeiden. Dabei wurden Banken sowie Gläubiger aufgefordert, der Gesellschaft gewisse Erlassregelungen bei ihren Forderungen zu gewähren. Die jüngsten Ankündigungen reihen sich damit in eine Serie staatlicher Rettungs- und Stabilisierungsbemühungen ein, mit denen Peking den wirtschaftlich bedeutenden Immobiliensektor zu stützen versucht.

Für deutsche Anleger ist der Schritt insofern von Interesse, als die chinesische Immobilienbranche wegen ihrer engen Verflechtung mit Banken, Lokalregierungen und der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage als wichtiger Indikator für die Verfassung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt gilt. Die Kurse der in Hongkong notierten Entwickler reagieren traditionell sensibel auf Signale aus Peking, da sie als Stimmungsbarometer für die Erwartungen an die Konjunktur Chinas dienen.

Immobilienmarkt seit COVID-19 in anhaltender Talfahrt

Chinas Immobilienmarkt befindet sich seit der COVID-19-Krise in einer anhaltenden Talfahrt – einem Abschwung, der viele hochkarätige Insolvenzen auslöste, darunter die von China Evergrande. Trotz fortlaufender unterstützender Maßnahmen Pekings, darunter eine deutliche Lockerung der Kapitalvorschriften und eine Reihe von Kreditzuschüssen, befand sich der Immobiliensektor weiterhin unter Druck. Die Erholungsversuche fielen bislang also eher verhalten aus, was die anhaltende Unsicherheit der Marktteilnehmer widerspiegelt.

Allerdings hielt der breitere wirtschaftliche Druck die Nachfrage nach chinesischem Wohnraum weitgehend auf niedrigem Niveau, wobei schwacher Hauskauf ein wichtiger Druckfaktor war. Solange die Kauflaune der privaten Haushalte gedämpft bleibt, dürften auch staatliche Anreize nur begrenzt Wirkung entfalten. Ob die nun angekündigten fiskalischen und geldpolitischen Maßnahmen die Wende bringen, wird sich in den kommenden Monaten an den Absatzzahlen und der Preisentwicklung zeigen müssen.

Für Investoren bleibt die Lage zweigeteilt: Einerseits bieten die gefallenen Bewertungen und die staatliche Rückendeckung kurzfristiges Erholungspotenzial, wie der Kurssprung vom Dienstag zeigt. Andererseits mahnen die strukturellen Belastungen des Sektors zur Vorsicht, da sich die grundlegende Nachfrageschwäche bislang nicht nachhaltig aufgelöst hat.

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