Chinas zweiter Chiphersteller Hua Hong startet 7-nm-Produktion
Huali Microelectronics bereitet laut Insidern fortschrittliche 7-Nanometer-Chipfertigung in Shanghai vor – mit Unterstützung von Huawei.

Chinas zweitgrößter Chiphersteller Hua Hong dringt in die Riege der fortschrittlichen Halbleiterproduzenten vor. Die Konzerntochter Huali Microelectronics bereitet nach Reuters-Informationen aus informierten Kreisen ein 7-Nanometer-Fertigungsverfahren in ihrem Werk in Shanghai vor. Bislang war SMIC der einzige chinesische Hersteller mit dieser Technologie.
Die Entwicklung ist Teil von Pekings umfassender Strategie zur technologischen Unabhängigkeit. Trotz zuletzt gelockerter US-Exportkontrollen – die es Nvidia erlauben, seine zweitleistungsstärksten KI-Chips nach China zu verkaufen – treibt die chinesische Regierung die Förderung heimischer Alternativen aktiv voran. Huawei Technologies arbeitet dabei laut drei Quellen direkt mit Huali an der 7-nm-Technologie zusammen.
Huawei und SiCarrier als Schlüsselpartner
Die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in der Hua Hong Fab 6 begannen im vergangenen Jahr. Als wesentlicher Partner gilt SiCarrier, ein von Huawei unterstütztes Ausrüstungsunternehmen, das seine Maschinen zuletzt in einer Anlage in Shenzhen testete. Wie genau Hua Hong die nötige Fertigungskapazität aufgebaut hat und welche weiteren Ausrüster beteiligt sind, konnte Reuters nicht abschließend klären.
Zum Vergleich: SMIC setzt bei seiner 7-nm-Produktion auf Immersionsmaschinen des niederländischen Marktführers ASML. Allerdings bleibt die Produktionsausbeute – also die Anzahl fehlerfreier Chips je Silizium-Wafer – laut Analysten schwach. Ob Huali dieses Problem lösen kann, ist noch offen.
Finanziell untermauert wurde der Vorstoß bereits im Dezember: Hua Hong Semiconductor kündigte an, eine Mehrheitsbeteiligung an Huali zu erwerben und zusätzlich 7,56 Milliarden Yuan (rund 1,1 Milliarden US-Dollar) für technologische Modernisierungen und Forschung bereitzustellen.
Erste Kapazitäten noch 2025 geplant
Huali plant bis Jahresende eine anfängliche Produktionskapazität von einigen tausend Wafern pro Monat, die später weiter ausgebaut werden soll. Erster Abnehmer ist offenbar der chinesische GPU-Entwickler Biren, der Hualis 7-nm-Linie bereits für sogenannte Tape-outs nutzt – den Prozess, bei dem ein Chipdesign vor der Massenproduktion als physischer Prototyp getestet wird. Biren steht seit 2023 auf der US-Handels-Blacklist und verlor dadurch den Zugang zum taiwanischen Auftragsfertigungsriesen TSMC.
Die Hua Hong Fab 6 ist die technologisch fortschrittlichste der sieben Foundries innerhalb der Hua Hong Group. Aktuell fertigt sie Logikchips mit 22-nm- und 28-nm-Prozessknoten; die Schwesteranlage Fab 5 arbeitet mit reiferen Technologien zwischen 40 nm und 55 nm. Der Sprung auf 7 nm wäre ein erheblicher Technologiesprung für das Unternehmen.
