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Chinas Rohölverarbeitung fällt auf Tiefstwert seit 2022

Im April sank Chinas Raffineriedurchsatz um 5,8 Prozent auf den niedrigsten Stand seit August 2022 – Lagerbestände steigen deutlich.

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Chinas Rohölverarbeitung fällt auf Tiefstwert seit 2022

Chinas Rohölverarbeitung ist im April 2026 auf den niedrigsten Stand seit August 2022 gefallen. Der Raffineriedurchsatz sank im Jahresvergleich um 5,8 Prozent auf 54,65 Millionen Tonnen, was etwa 13,3 Millionen Barrel pro Tag (bpd) entspricht. Das geht aus Daten des Nationalen Statistikbüros hervor.

In den ersten vier Monaten des Jahres ging der Durchsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,5 Prozent auf 238,95 Millionen Tonnen bzw. 14,54 Millionen bpd zurück. Der Rückgang zeigt, dass die Schwäche im chinesischen Raffineriesektor kein kurzfristiges Phänomen ist, sondern sich über mehrere Monate erstreckt.

Negative Margen drücken auf die Auslastung

Die durchschnittliche Auslastung chinesischer Raffinerien sank im April laut dem chinesischen Beratungsunternehmen Oilchem auf 63,59 Prozent. Das entspricht einem Rückgang von 4,7 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr und sogar 5,13 Prozentpunkten gegenüber dem Vormonat März. Hauptursache für die Produktionsdrosselung waren negative Margen in der Ölverarbeitung.

Chinesische Raffinerien verzeichneten im April einen Verlust von 649 Yuan pro verarbeiteter Tonne Rohöl. Das steht in starkem Kontrast zum Vorjahr, als noch ein Gewinn von 269 Yuan pro Tonne erzielt wurde – so das chinesische Beratungsunternehmen SCI. Einige kleinere Raffinerien mussten ihre Anlagen im Mai zudem für Wartungsarbeiten schließen.

Es wird erwartet, dass unabhängige chinesische Raffinerien die Produktionskürzungen im Mai weiter vertiefen werden. Dies geschieht trotz des Drucks aus Peking, das die kleineren Raffinerien zur Aufrechterhaltung der Kraftstoffproduktion anhält.

Lagerbestände steigen trotz geringerer Importe

Obwohl die Raffinerieauslastung zurückging, erhöhten die Betreiber die Ausbeute an Benzin und Diesel. In Kombination mit einem Nachfragerückgang infolge höherer Ölpreise führte dies laut Oilchem zu einem Anstieg der Benzin- und Dieselvorräte. Die Onshore-Lagerbestände Chinas stiegen laut dem Schiffsverfolgungsunternehmen Vortexa um 17 Millionen Barrel.

„China hat im April kaum auf seine Rohölvorräte zurückgegriffen, da die Kraftstoffproduktion aufgrund der Exportbeschränkungen seit Mitte März lediglich den Inlandsbedarf decken musste", erklärte Emma Li, Analystin bei Vortexa.

Chinas Ölimporte fielen im April im Jahresvergleich um 20 Prozent auf 38,47 Millionen Tonnen bzw. 9,36 Millionen bpd – der niedrigste Stand seit fast vier Jahren. Damit fiel der Importrückgang noch stärker aus als der Rückgang beim Raffineriedurchsatz selbst.

Inländische Produktion leicht gestiegen

Auf der Produktionsseite verzeichnete China im April eine inländische Rohölförderung von 17,94 Millionen Tonnen bzw. 4,37 Millionen bpd, was einem Anstieg von 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. In den ersten vier Monaten belief sich die Ölproduktion auf 72,74 Millionen Tonnen bzw. 4,43 Millionen bpd – ein leichtes Minus von 0,5 Prozent im Jahresvergleich.

Die Erdgasförderung entwickelte sich hingegen positiver: Im April stieg sie um 1,9 Prozent auf 21,9 Milliarden Kubikmeter. Für die ersten vier Monate summierte sich die Erdgasproduktion auf insgesamt 90 Milliarden Kubikmeter, ein Plus von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Die Entwicklungen im chinesischen Raffineriesektor sind für den globalen Ölmarkt von erheblicher Bedeutung. China ist der weltgrößte Rohölimporteur, und ein anhaltender Rückgang der Verarbeitungskapazitäten sowie der Importnachfrage kann den internationalen Ölpreis spürbar beeinflussen.

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