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Chinas Inflation enttäuscht im Januar – Deflationsdruck hält an

Verbraucherpreise steigen nur um 0,2 Prozent, Erzeugerpreise weiter im Minus – Peking kämpft mit schwacher Nachfrage

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Chinas Inflation enttäuscht im Januar – Deflationsdruck hält an

Chinas Wirtschaft sendet weiterhin gemischte Signale: Die Verbraucherinflation fiel im Januar mit einem Plus von nur 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr deutlich schwächer aus als erwartet. Ökonomen hatten mit einem Anstieg von 0,4 Prozent gerechnet, wie aus einer Reuters-Umfrage hervorging. Im Dezember hatte die Teuerung noch bei 0,8 Prozent gelegen – dem höchsten Wert seit fast drei Jahren.

Besonders besorgniserregend: Die Erzeugerpreise verharren seit über drei Jahren in der Deflation. Der Produzentenpreisindex sank im Januar um 1,4 Prozent im Jahresvergleich, nach minus 1,9 Prozent im Vormonat. Diese anhaltende Preisschwäche belastet die Gewinnmargen der Hersteller erheblich und deutet auf mangelnde Nachfrage in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt hin.

Die Kernrate der Verbraucherpreise, die volatile Energie- und Lebensmittelpreise ausklammert, schwächte sich von 1,2 Prozent im Dezember auf 0,8 Prozent ab. Experten warnen, dass dies auf strukturelle Probleme in der chinesischen Wirtschaft hinweist, die über kurzfristige Schwankungen hinausgehen.

Feiertagseffekte verzerren Datenlage

Zhiwei Zhang, Chefökonom bei Pinpoint Asset Management, weist allerdings auf einen wichtigen Sondereffekt hin: Das chinesische Neujahrsfest fällt in diesem Jahr auf Mitte Februar, während es 2025 bereits im Januar gefeiert wurde. "Diese zeitliche Verschiebung erschwert die Interpretation der Makrodaten erheblich", so Zhang. Im Vorjahr waren die Januarpreise durch feiertagsbedingte Sondereffekte nach oben verzerrt – ein Effekt, der in diesem Jahr fehlt.

Trotz dieser statistischen Verzerrungen bleibt das Gesamtbild herausfordernd. China kämpft seit dem Ende der Pandemie mit deflationärem Druck, verstärkt durch die anhaltende Immobilienkrise und unsichere Arbeitsmarktperspektiven. Die Behörden versuchen, Preiskämpfe in verschiedenen Branchen einzudämmen, wo Überkapazitäten zu einem Überangebot geführt haben.

Staatsfinanzen unter Druck

Die wirtschaftliche Schwäche hinterlässt deutliche Spuren in den Staatsfinanzen. Das Verhältnis der Steuereinnahmen zum Bruttoinlandsprodukt ist seit 2021 um 4,8 Prozentpunkte auf 17,2 Prozent gesunken. Gleichzeitig kletterte die Staatsschuldenquote seit 2019 um 40 Prozentpunkte und wird laut Morgan Stanley 2025 bei 116 Prozent liegen – allerdings immer noch unter der US-Quote von 124 Prozent.

Chetan Ahya, Chefökonom für Asien bei Morgan Stanley, kritisiert die Wirtschaftspolitik Pekings: Die Entscheidungsträger setzen weiterhin primär auf Investitionen als Wachstumstreiber, während Konjunkturmaßnahmen zur Konsumstützung als "einmaliger Impuls" betrachtet werden, der die Schuldenlast erhöhe.

Die chinesische Zentralbank bekräftigte in einem Bericht ihre Absicht, eine "angemessen lockere" Geldpolitik zu verfolgen, um die Wirtschaft zu stützen und die Preise in Richtung einer "angemessenen Erholung" zu führen. Bei der Parlamentssitzung im März werden konkrete Wirtschaftsziele für das laufende Jahr erwartet. Im Vorjahr hatte China sein offizielles Wachstumsziel von 5 Prozent erreicht, getragen vor allem durch robuste Exporte in Märkte außerhalb der USA.

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