ANZEIGE

Chinas Industriegewinne steigen 2025 erstmals seit drei Jahren

Nach drei Jahren rückläufiger Entwicklung verzeichneten Chinas Industrieunternehmen 2025 wieder ein Gewinnwachstum von 0,6 Prozent. Staatliche Maßnahmen gegen aggressive Preiskämpfe und verstärkte Exportaktivitäten trugen zur Trendwende bei.

•• 3 Min
Chinas Industriegewinne steigen 2025 erstmals seit drei Jahren

Chinas Industriesektor hat 2025 erstmals seit drei Jahren wieder ein Gewinnwachstum verzeichnet. Laut dem Nationalen Statistikamt (NBS) stiegen die Gewinne im Jahresvergleich um 0,6 Prozent. Damit endete eine Serie von drei aufeinanderfolgenden Jahren mit rückläufigen Erträgen. Das Wachstumstempo beschleunigte sich gegenüber den 0,1 Prozent im Zeitraum Januar bis November.

Staatliche Eingriffe zeigen Wirkung

Die Erholung geht maßgeblich auf politische Interventionen zurück. Peking hatte eine Kampagne gegen aggressive Preisunterbietungen gestartet, um die Margen der Unternehmen zu stabilisieren. "Die Erholung ist auf politische Interventionen sowie auf die Bemühungen der Unternehmen zur Expansion ins Ausland zurückzuführen", erklärte Tianchen Xu, Senior Economist bei der Economist Intelligence Unit. Gleichzeitig suchten viele Firmen angesichts der schwachen Binnennachfrage verstärkt Wachstumschancen auf internationalen Märkten.

Starker Dezember-Schlussspurt

Besonders deutlich zeigte sich die Erholung im Dezember. Die Industriegewinne legten im letzten Monat des Jahres um 5,3 Prozent zu – die stärkste monatliche Performance seit September, als die Gewinne um 21,6 Prozent gestiegen waren. In den beiden Vormonaten hatten die Gewinne noch deutlich nachgegeben, mit Rückgängen von 5,5 Prozent im Oktober und 13,1 Prozent im November. Die Dezember-Erholung wurde teilweise durch Vorratsbildung vor den Feiertagen zum chinesischen Mondneujahr im Februar gestützt.

Große Unterschiede zwischen Branchen

Die Gewinnentwicklung fiel je nach Sektor sehr unterschiedlich aus. Während der Bergbausektor mit einem Einbruch von 26,2 Prozent massiv unter Druck stand, konnten das verarbeitende Gewerbe und Versorgungsunternehmen Zuwächse von 5,0 beziehungsweise 9,4 Prozent verbuchen. "Es gibt eine hohe Divergenz zwischen den Branchen", betonte Lynn Song, Chefökonom für Greater China bei ING. Der anhaltende Preiswettbewerb schmälere weiterhin die Margen vieler Unternehmen.

Gewinner und Verlierer

Besonders erfolgreich entwickelten sich Unternehmen in der Verhüttung und Walzverarbeitung von Eisenmetallen mit einem Gewinnsprung von 22,6 Prozent. Die Elektronikfertigung legte um 19,5 Prozent zu. Deutliche Rückgänge mussten hingegen der Kohlebergbau mit minus 41,8 Prozent und die Öl- und Gasförderung mit minus 18,7 Prozent hinnehmen. Staatseigene Unternehmen (SOEs) verzeichneten einen Gewinnrückgang von 3,9 Prozent, während auslandsfinanzierte Firmen um 4,2 Prozent wuchsen.

Hightech-Sektor als Wachstumstreiber

Yu Weining, Chefstatistiker beim NBS, führte die Erholung auf neue Wachstumstreiber zurück. Besonders der Ausrüstungsbau und die High-Tech-Fertigung entwickelten sich dynamisch. Die Eisenbahn-, Schiffbau-, Luft- und Raumfahrt- sowie die Elektronikindustrie verzeichneten zweistellige Gewinnzuwächse. Hersteller intelligenter Unterhaltungselektronik steigerten ihre Gewinne sogar um 48 Prozent. Produzenten unbemannter Luftfahrzeuge meldeten ein Plus von 102 Prozent, Hersteller intelligenter Kfz-Geräte von 88,8 Prozent.

Herausforderungen bleiben bestehen

Trotz der positiven Entwicklung räumte Yu ein, dass viele Industrieunternehmen weiterhin vor operativen Herausforderungen stehen. "Veränderungen im externen Umfeld" würden für die Rentabilität zunehmend wichtiger. Die chinesische Wirtschaft erreichte zwar 2025 das offizielle Wachstumsziel von 5 Prozent, gestützt durch starke Exporte. Doch die Binnennachfrage bleibt schwach: Die Einzelhandelsumsätze stiegen nur um 3,7 Prozent und blieben damit deutlich hinter dem Wirtschaftswachstum und der Industrieproduktion zurück, die um 5,9 Prozent expandierte.

Peking kündigt weitere Maßnahmen an

Die Regierung will nun verstärkt die Binnenkonjunktur ankurbeln. Yang Mu vom chinesischen Handelsministerium kündigte an, die Bemühungen zur Stimulierung der Haushaltsausgaben für Autos, Haushaltsgeräte und elektronische Waren zu verstärken. Gleichzeitig soll der Konsum im Dienstleistungssektor gefördert werden. Ökonomen fordern weitere politische Unterstützung, um die Binnennachfrage nachhaltig zu stärken und das allgemeine Wirtschaftswachstum abzusichern.

China IndustriegewinneChinesische WirtschaftIndustrieproduktion ChinaPeking WirtschaftspolitikChina Export

Meistgelesene News

  1. Volvo Cars kämpft mit EX60-Produktionsziel und Batterieplänen
  2. Mercedes-Benz: Neue Regeln für mobiles Arbeiten stehen kurz bevor
  3. Iran-Kriegsende droht: Insider kaufen trotz Ölpreis-Risiko Energieaktien
  4. SpaceX-Aktie: Kann eine 5.000-Dollar-Investition zum Millionär machen?
  5. Ölpreise fallen: Asien importiert Höchstmenge Rohöl seit Iran-Krieg

Disclaimer