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Brasiliens Inflation steigt auf 4,50% - Zentralbank hält Leitzins

Die brasilianische Inflationsrate kletterte Anfang Januar auf 4,50 Prozent und liegt damit nahe der Prognosen. Die Zentralbank dürfte den Leitzins bei 15 Prozent belassen.

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Brasiliens Inflation steigt auf 4,50% - Zentralbank hält Leitzins

Die Inflationsrate in Brasilien hat sich in der ersten Januarhälfte 2026 auf 4,50 Prozent beschleunigt. Das teilte die nationale Statistikbehörde am Dienstag mit. Der Wert liegt knapp unter der Medianprognose von 4,52 Prozent, die von Bloomberg befragte Analysten erwartet hatten.

Im Monatsvergleich stiegen die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent. Dies unterstreicht den anhaltenden Preisdruck in der größten Volkswirtschaft Südamerikas, während sich die Währungshüter auf ihre erste Zinsentscheidung des Jahres vorbereiten.

Nahrungsmittel und Gesundheit treiben Teuerung

Besonders stark verteuerten sich Nahrungsmittel und Getränke, die am stärksten gewichtete Kategorie im Verbraucherpreisindex. Hier stiegen die Preise im Januar um 0,31 Prozent, nachdem sie im Dezember nur um 0,13 Prozent zugelegt hatten.

Auch im Gesundheitssektor intensivierte sich der Preisdruck: Artikel zur persönlichen Hygiene verteuerten sich um 1,38 Prozent. Die Kosten für Krankenversicherungen kletterten um 0,49 Prozent.

Zentralbank hält Leitzins bei 15 Prozent

Marktbeobachter erwarten allgemein, dass die brasilianische Zentralbank unter der Leitung von Gabriel Galipolo den Leitzins Selic in dieser Woche zum fünften Mal in Folge bei 15 Prozent konstant halten wird. Dieser Zinssatz markiert den höchsten Stand seit fast zwei Jahrzehnten und spiegelt die anhaltende Vorsicht der Währungshüter wider.

Die Zentralbank setzt damit ihre Bemühungen fort, die Nachfrage abzukühlen und die Inflation unter Kontrolle zu halten. Die jährliche Teuerungsrate hatte das Jahr 2025 noch innerhalb der Zielbandbreite von 3 Prozent plus/minus 1,5 Prozentpunkte beendet.

Langfristige Inflationserwartungen bleiben erhöht

Ökonomen zeigen sich jedoch skeptisch hinsichtlich einer schnellen Rückkehr zur Preisstabilität. In der wöchentlichen Focus-Umfrage der Zentralbank, die am Montag veröffentlicht wurde, erwarten befragte Experten, dass die Inflation bis 2029 über der 3-Prozent-Marke bleiben wird.

Trotz der hartnäckigen Teuerung prognostizieren Volkswirte eine schrittweise Lockerung der Geldpolitik. Sie gehen davon aus, dass der Selic-Satz bis Ende 2026 auf 12,25 Prozent sinken wird. Bis 2029 erwarten sie eine weitere Senkung um 275 Basispunkte auf 9,5 Prozent.

Bedeutung für Anleger

Für internationale Investoren bleibt Brasilien ein wichtiger Schwellenmarkt mit attraktiven Zinsen. Die restriktive Geldpolitik stützt die brasilianische Währung Real, könnte jedoch das Wirtschaftswachstum bremsen. Anleger sollten die weitere Entwicklung der Inflation und die Zinsentscheidungen der Zentralbank aufmerksam verfolgen.

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