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China importiert Rekordmengen US-Ethan wegen Iran-Krieg

Der Krieg im Nahen Osten unterbricht Rohstofflieferungen – China weicht auf amerikanisches Ethan aus und erreicht neue Importrekorde.

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China importiert Rekordmengen US-Ethan wegen Iran-Krieg

China steuert im April 2026 auf einen historischen Rekord bei den Importen von US-Ethan zu. Laut dem chinesischen Beratungsunternehmen JLC werden die Lieferungen aus den USA in diesem Monat voraussichtlich ein Allzeithoch von 800.000 Tonnen erreichen. Das entspricht einem Anstieg von rund 60 Prozent gegenüber dem monatlichen Durchschnitt.

Auslöser dieser Entwicklung ist der Krieg im Nahen Osten, der wichtige Rohstofflieferketten für die chinesische Petrochemie empfindlich gestört hat. Durch die faktische Schließung der Straße von Hormus sind Lieferungen von Naphtha und Flüssiggas aus der Region stark beeinträchtigt worden. Die Straße von Hormus gilt als eine der strategisch bedeutendsten Wasserstraßen der Welt und ist ein zentraler Transitkorridor für Energieträger aus dem Persischen Golf.

Ethan als Ausweichrohstoff für die Petrochemie

Chinesische petrochemische Hersteller reagieren auf die Versorgungsengpässe, indem sie auf Ethan als alternativen Rohstoff umsteigen. Ethan ist ein gasförmiger Kohlenwasserstoff, der vor allem bei der Herstellung von Ethylen eingesetzt wird – einem der wichtigsten Grundstoffe der chemischen Industrie. Einige Unternehmen sind technisch in der Lage, flexibel zwischen verschiedenen Rohstoffen zu wechseln und so die Ausfälle bei Naphtha und Flüssiggas zumindest teilweise zu kompensieren.

Die USA sind ein bedeutender Produzent von Ethan, das als Nebenprodukt bei der Förderung von Schiefergas anfällt. Die wachsende Nachfrage aus China unterstreicht, wie stark die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten die globalen Rohstoffströme umlenken – und dabei ausgerechnet die Abhängigkeit Chinas von amerikanischen Energielieferungen vertieft.

Geopolitische Ironie: Mehr Abhängigkeit von den USA

Die Entwicklung ist aus geopolitischer Perspektive bemerkenswert. China und die USA befinden sich in einem anhaltenden wirtschaftlichen und politischen Spannungsverhältnis. Dennoch zwingt der Konflikt im Nahen Osten Peking dazu, seine Bezüge von US-amerikanischen Rohstoffen deutlich auszuweiten. Die Rekordimporte von US-Ethan verdeutlichen, dass Energieversorgungssicherheit in Krisenzeiten pragmatische Entscheidungen erzwingt – unabhängig von politischen Rivalitäten.

Für die globalen Energiemärkte signalisiert der Anstieg der chinesischen Ethan-Importe eine erhöhte Nachfrage nach amerikanischen Flüssiggasprodukten. Gleichzeitig zeigt sich, wie verwundbar internationale Lieferketten gegenüber regionalen Konflikten sind, die weit entfernte Volkswirtschaften direkt treffen können. Deutsche und europäische Beobachter kennen dieses Phänomen aus eigener Erfahrung seit dem Ausbruch des Ukraine-Krieges im Jahr 2022.

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