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Charter Communications-Aktie fällt nach Milliardenabschreibung um 6,6 Prozent

Der US-Kabelnetzbetreiber verfehlt die Gewinnerwartungen deutlich und verliert im Breitbandgeschäft weiter Kunden.

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Charter Communications-Aktie fällt nach Milliardenabschreibung um 6,6 Prozent

Die Charter Communications-Aktie ist im vorbörslichen Handel um 6,6 Prozent gefallen. Auslöser war die Veröffentlichung der Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 vor Börseneröffnung. Der Kabelnetzbetreiber wies einen Nettoverlust von 20,50 US-Dollar pro Aktie aus und verfehlte damit die Konsenserwartungen der Analysten von rund 9,54 US-Dollar deutlich.

Haupttreiber dieses Verlusts war eine nicht zahlungswirksame Abschreibung des Markenwerts in Höhe von 6,3 Milliarden US-Dollar. Diese Wertberichtigung begründet das Unternehmen mit gesenkten Prognosen für künftiges Kunden- und Umsatzwachstum sowie mit höheren Ersatzkosten für bestimmte Netzwerkkomponenten. Die Abschreibung belastet das ausgewiesene Ergebnis, ohne dem Unternehmen unmittelbar Liquidität zu entziehen.

Das Breitbandgeschäft verliert weiter an Kunden

Die Abschreibung war nicht der einzige Faktor, der die Anleger belastete. Im Breitbandgeschäft schwächelte Charter weiter: Auf Basis fortgeführter Zahlen verzeichnete das Unternehmen einen Verlust von 233.000 Internetkunden. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 171.000 Abgänge – der Trend hat sich damit spürbar verschärft.

Auch der Free Cash Flow ging im Jahresvergleich deutlich zurück, und die operative Marge drehte stark ins Negative. Damit verschlechterten sich mehrere zentrale Kennzahlen gleichzeitig, was den Kursdruck zusätzlich verstärkte.

Das Management kündigt Kostensenkungen von zwei Milliarden Dollar an

Um den strukturellen Druck zu bewältigen, stellte das Management ein neues Betriebsmodell vor. Dieses strebt über einen Zeitraum von 18 Monaten jährliche Kosteneinsparungen in Höhe von 2 Milliarden US-Dollar an. Hinzu kommen erwartete Synergieeffekte aus der Integration des Kabelanbieters Cox.

Die Analystenstimmung war bereits vor Veröffentlichung der Ergebnisse vorsichtig. Morgan Stanley hatte sein Kursziel für Charter von 140 auf 135 US-Dollar gesenkt und die Einstufung „Equalweight“ (Neutral) beibehalten. TD Cowen reduzierte sein Ziel von 380 auf 372 US-Dollar, behielt jedoch die Empfehlung „Buy“ (Kaufen) bei. Beide Anpassungen erfolgten in den Tagen vor der Ergebnisveröffentlichung.

Der breite Markt bot keinen Schutz vor dem Kursrückgang

Währenddessen lieferte der breitere Markt keine Unterstützung: Der Nasdaq Composite legte am Tag zu, der S&P 500 blieb nahezu unverändert. Der Verkaufsdruck im Vorhandel war damit eindeutig unternehmensspezifisch bedingt und nicht Ausdruck einer allgemeinen Marktschwäche.

Das Zusammenspiel aus massiver Wertberichtigung, verfehlter Gewinnprognose, beschleunigten Abonnentenverlusten im Breitbandbereich und einer sich verschlechternden Free-Cashflow-Entwicklung drückte die Aktie nahe an das untere Ende ihrer 52-Wochen-Spanne von 101,11 bis 254,11 US-Dollar. Für deutsche Anleger ist das ein anschauliches Beispiel dafür, wie heftig einzelne US-Telekom- und Kabelkonzerne auf enttäuschende Quartalszahlen reagieren können.

Die Anleger bewerten angesichts eines hart umkämpften Breitbandmarktes erneut das Tempo und die Machbarkeit der Turnaround-Maßnahmen des Unternehmens. Ob die angekündigten Kosteneinsparungen ausreichen, um die Ertragsschwäche auszugleichen, bleibt vorerst offen.

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