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Deutsche Telekom hebt Dividende an und trotzt Starlink-Konkurrenz

Der Bonner Konzern steigert Umsatz und Gewinn, erhöht die Dividende auf 1,10 Euro und plant Aktienrückkäufe.

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Deutsche Telekom hebt Dividende an und trotzt Starlink-Konkurrenz

Die Deutsche Telekom hat ihren Wachstumskurs im dritten Quartal fortgesetzt und legt bei der Aktionärsvergütung nach. Der Umsatz stieg um 5,5 Prozent auf 31,1 Milliarden Euro, der operative Gewinn kletterte um acht Prozent auf 12,2 Milliarden Euro und übertraf damit die Markterwartungen leicht. Konzernchef Tim Höttges zeigte sich zufrieden: "Wir setzen Maßstäbe in unserer Branche", sagte er.

Für die Aktionäre schlägt das Management eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie vor, eine Anhebung um zehn Prozent. Zusätzlich will der Konzern eigene Aktien im Wert von bis zu zwei Milliarden Euro zurückkaufen. An der Börse kam das Paket dennoch nur verhalten an: Die Telekom-Aktie legte im Frankfurter Frühhandel knapp zwei Prozent zu, obwohl einige Anleger auf eine etwas höhere Dividende gehofft hatten.

Die Gesamtjahresprognosen hob der Konzern leicht an. Damit folgt die Telekom wie üblich dem Vorbild ihrer US-Tochter T-Mobile, die für den Mutterkonzern seit Jahren als Wachstumsmotor und Referenzgröße dient. Für Privatanleger sind sowohl die angehobene Dividende als auch die Rückkäufe greifbare Größen: Sie stützen den Kurs, während das operative Geschäft der eigentliche Treiber bleibt.

Höttges wirbt beim Bund für eine Fusion mit T-Mobile

Über den Zahlen liegt allerdings ein Thema, das die Schlagzeilen seit Monaten beherrscht: die Spekulation über einen Zusammenschluss von Telekom und T-Mobile. Der Plan sieht vor, beide Unternehmen in einer gemeinsamen Holding zusammenzuführen. Höttges wirbt dafür beim Bund, der rund 28 Prozent an der Telekom hält. Medienberichte fielen zuletzt widersprüchlich aus – der Plan soll angeblich auf Eis gelegt worden sein.

In der Branche stößt das Vorhaben auf Skepsis. "Ich war von Beginn an skeptisch, weil sich mir die industrielle Logik nicht erschlossen hat", sagte Matthias Lützen, Portfoliomanager bei Union Investment. Auch andere Experten bezweifeln, dass ein Zusammenschluss den Unternehmenswert steigern würde. Ein weiteres Argument der Kritiker: US-Anleger zeigen sich bislang wenig interessiert an einem schwachen europäischen Wachstumsmarkt.

Starlink wird zur größten Herausforderung für die Telekom

Als eigentliches Hauptmotiv für eine Fusion gilt der wachsende Konkurrenzdruck durch Starlink. Das Satelliten-Internetunternehmen von Elon Musk sicherte sich in den USA ein weiteres landesweites Funkfrequenzpaket und plant satellitengestützte Gespräche und Internetverbindungen direkt über Smartphones. In Deutschland zeigt das Wirkung: Einer Umfrage zufolge erwägt ein Drittel der Mobilfunkkunden einen Wechsel zu Starlink. Noch vor zwei Jahren galt Satellitenempfang auf dem Handy als Nische – heute ist er ein ernstzunehmender Wettbewerbsfaktor. Direkte Smartphone-Satellitenverbindungen funktionieren allerdings nur bei freier Sicht in den Himmel.

Höttges selbst nennt den Wettbewerb mit Musk und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz als größte Herausforderungen der Branche. SpaceX, das Mutterunternehmen von Starlink, liebäugelt zudem mit der Übernahme von Boost, einer Tochter des Satellitenbetreibers EchoStar. Allerdings ist Starlink weiterhin auf ein traditionelles Handynetz angewiesen, um seine Dienste flächendeckend anbieten zu können.

Die EU reserviert einen Großteil der Lizenzen für heimische Anbieter

In Europa reserviert die EU einen Großteil der Lizenzen für heimische Anbieter. Die Telekom bewirbt sich gemeinsam mit Telefonica, Vodafone und Orange um diese Frequenzen. Der Technologie-Experte Marcel Tietjen von BearingPoint rät den etablierten Netzbetreibern zu schnellem Handeln: "Wer die Satelliten betreibt, wird dabei weniger wichtig als die Frage, wem der Kunde gehört."

Für Anleger bleibt die Lage bei der Telekom zweigeteilt

Auf der einen Seite stehen solide Quartalszahlen, eine steigende Dividende und ein laufendes Rückkaufprogramm, die den Titel stützen. Auf der anderen Seite belasten die ungeklärte Fusionsfrage und der aufkommende Satellitenwettbewerb die Stimmung. Wer in die Telekom-Aktie investiert, sollte daher sowohl die operative Entwicklung als auch die regulatorischen und technologischen Weichenstellungen im Blick behalten. Die Frequenzvergabe in Europa und der Aufbau eigener Satellitenangebote dürften darüber entscheiden, wie sich der Wettbewerb in den kommenden Jahren verschiebt.

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