Bundesnetzagentur benennt Gewinner: Leag gewinnt Ausschreibung für Gaskraftwerke
Behördenchef Klaus Müller benennt die Gewinner der Ausschreibung für zusätzliche Gaskraftwerke in Deutschland.

Die Bundesnetzagentur hat am Dienstag mitgeteilt, welche Unternehmen zusätzliche Gaskraftwerke in Deutschland bereitstellen sollen. Behördenchef Klaus Müller benannte die Gewinner der Ausschreibung. Als großer Gewinner geht aus der Bekanntgabe die Leag des tschechischen Investors Daniel Křetínský hervor.
Die Mitteilung fiel ungewöhnlich nüchtern aus. Sie erfolgte schriftlich und knapp, nicht als Inszenierung. Statt einer aufwendigen Präsentation mit Bühne und Bildmaterial beschränkte sich die Behörde auf das Wesentliche — eine knappe schriftliche Bekanntgabe der Ergebnisse. Für ein Thema, das die künftige Stromversorgung Deutschlands betrifft, ist dieser nüchterne Rahmen bemerkenswert.
Im Zentrum steht die Frage, welche Unternehmen die zusätzlichen Gaskraftwerke in Deutschland bereitstellen. Solche Kraftwerke werden hierzulande benötigt, um die Stromversorgung abzusichern. Die Ausschreibung entscheidet darüber, wer den Zuschlag erhält und damit den Auftrag zur Bereitstellung der Anlagen übernimmt. Es geht also um zusätzliche Kapazitäten, die über das bestehende Angebot hinaus entstehen sollen.
Die Bundesnetzagentur benennt die Gewinner der Ausschreibung
Verantwortlich für die Bekanntgabe war Klaus Müller, der Chef der Bundesnetzagentur. Er benannte die Unternehmen, die bei der Ausschreibung zum Zuge kommen. Die Entscheidung fiel am Dienstag und wurde schriftlich kommuniziert.
Als großer Gewinner der Ausschreibung gilt die Leag, die dem tschechischen Investor Daniel Křetínský zuzuordnen ist. Damit sichert sich das Unternehmen einen zentralen Platz im Ausbau der zusätzlichen Gaskraftwerkskapazitäten in Deutschland. Wer den Zuschlag erhält, übernimmt die Bereitstellung der Anlagen und rückt in den Kreis der Unternehmen, die an der künftigen Stromversorgung mitwirken.
Bemerkenswert ist die Doppelrolle des Investors. Křetínský ist über die Leag an der Gaskraftwerks-Ausschreibung beteiligt und tritt zugleich mit seiner EP-Gruppe als Bieter für den Energiekonzern Uniper auf. Damit ist der tschechische Investor an zwei zentralen Stellen der deutschen Energieversorgung präsent. Ob und wie diese beiden Engagements inhaltlich zusammenhängen, geht aus der Quelle nicht hervor.
Die Bekanntgabe erfolgte bewusst ohne große Inszenierung. Es gab keine aufwendige Veranstaltung, sondern eine schriftliche und knappe Mitteilung. Für Beobachter ist das insofern bemerkenswert, als Ausschreibungen dieser Art häufig mit großem öffentlichen Interesse verbunden sind. Die Behörde setzte damit auf Sachlichkeit statt auf öffentliche Aufmerksamkeit.
Bereits am 16.01.2026 berichtete aktien.news über die Pläne für neue Gaskraftwerke
Der aktuelle Schritt steht in einer längeren Entwicklung. Bereits am 16.01.2026 berichtete aktien.news, dass die Bundesregierung mit der EU-Kommission eine Grundsatzeinigung über den Bau neuer Gaskraftwerke erzielt hatte. Ab 2026 sollten demnach Kraftwerkskapazitäten mit einer Gesamtleistung von zwölf Gigawatt ausgeschrieben werden.
Damals betonte Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), dass die Einigung den Weg für eine gesicherte Stromversorgung und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie ebne. Die neuen Kraftwerke sollten die Lücke schließen, die durch den Atomausstieg und den schrittweisen Kohleausstieg entsteht. Besonders für energieintensive Industrieunternehmen sei eine zuverlässige Stromversorgung wichtig.
Auch die Person Křetínský war bereits Thema bei aktien.news. Am 15.10.2026 berichtete das Portal, dass die EP-Gruppe des tschechischen Investors ein Angebot für den Energiekonzern Uniper abgegeben hat und offensiv um die deutsche Öffentlichkeit wirbt. Die Holding zielt nach eigenen Angaben auf 75 Prozent an Uniper, während der Bund derzeit 99,12 Prozent hält und die Mehrheit wegen einer EU-Auflage verkaufen muss. Die EU-Kommission verlangt den Verkauf der Mehrheit bis Ende 2028, wobei der Bund 25 Prozent plus eine Aktie behalten darf.
Ergänzend berichtete aktien.news am 14.02.2026 über den Streit um knappe Netzanschlüsse in Deutschland. E.On-Chef Leonhard Birnbaum positionierte sich damals klar zu der Frage, welche Anlagen beim Netzanschluss anders behandelt werden sollten. Am 24.09.2026 folgte ein Bericht über die Offshore-Windkraft, wonach Deutschland zwar die Marke von über 10 Gigawatt installierter Offshore-Leistung überschritten hat, zugleich aber 16 Gigawatt bereits bezuschlagte Projekte in der Pipeline blockiert sind.
Der Zuschlag ordnet die Rollen im deutschen Kraftwerksmarkt neu
Für deutsche Privatanleger ist die Ausschreibung vor allem ein Signal für die Richtung der deutschen Energiepolitik. Der Zuschlag an die Leag zeigt, dass etablierte Akteure und Investoren mit Bezug zur Energiewirtschaft eine zentrale Rolle beim Ausbau der Gaskraftwerkskapazitäten spielen.
Wer in Energieaktien investiert ist, sollte die weitere Entwicklung der Ausschreibung und die Rolle der beteiligten Unternehmen aufmerksam verfolgen. Die zusätzlichen Gaskraftwerke sind Teil des Umbaus der Stromversorgung, der durch den Atomausstieg und den schrittweisen Kohleausstieg vorangetrieben wird. Wer die Zusammenhänge kennt, kann die Schlagzeilen besser einordnen.
Dabei gilt: Die Bereitstellung von Kraftwerken ist ein langfristiges Geschäft. Anleger sollten daher nicht kurzfristige Kursschwankungen überbewerten, sondern die strukturellen Rahmenbedingungen im Blick behalten. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich aus der Bekanntgabe allein nicht ableiten. Die Mitteilung der Bundesnetzagentur ist eine Sachinformation, keine Anlageempfehlung.
Weitere Termine zum Verfahren nennt die Quelle bislang nicht
Die Bundesnetzagentur hat die Gewinner benannt. Damit ist der nächste Schritt der Ausschreibung eingeleitet. Weitere Details zu Terminen und zum weiteren Verfahren nennt die Quelle nicht.
Aus den früheren Berichten von aktien.news lassen sich jedoch die übergeordneten Zeitpläne ablesen. So sollten ab 2026 Kraftwerkskapazitäten mit einer Gesamtleistung von zwölf Gigawatt ausgeschrieben werden. Zudem verlangt die EU-Kommission den Verkauf der Uniper-Mehrheit bis Ende 2028, wobei der Bund 25 Prozent plus eine Aktie behalten darf.
Für Anleger bleibt es daher wichtig, die angekündigten Schritte und die offiziellen Mitteilungen der Bundesnetzagentur zu verfolgen. Neue Informationen dürften vor allem dann relevant werden, wenn konkrete Projekte und Zeitpläne bekannt gegeben werden.
Drei Fachbegriffe ordnen die Entscheidung ein
- Ausschreibung: Ein Verfahren, bei dem Unternehmen Angebote für eine bestimmte Aufgabe abgeben und der Zuschlag an einen oder mehrere Bieter geht.
- Bundesnetzagentur: Die deutsche Bundesbehörde, die unter anderem für die Regulierung der Netze und bestimmte Energiefragen zuständig ist.
- Gaskraftwerk: Eine Anlage, die mit Gas Strom erzeugt und zur Absicherung der Stromversorgung eingesetzt wird.
