Bull-Call-Spread im Ölmarkt schützt vor Aktien-Anleihe-Risiko
Traditionelle Absicherung zwischen Aktien und Anleihen bröckelt – Öl-ETF bietet neue Chance.

Die traditionelle Absicherungsstrategie, bei der Aktien und Anleihen sich gegenseitig stabilisierten, verliert zunehmend an Wirkung. Anleger suchen daher nach Alternativen, um ihre Portfolios gegen Verluste zu schützen. Ein vielversprechender Ansatz führt in den Ölmarkt – genauer gesagt zu einer Bull-Call-Spread-Strategie auf den USO-ETF.
Laut einem aktuellen Bericht von Investor's Business Daily weisen der S&P 500 und langfristige US-Staatsanleihen (Treasurys) im Jahr 2026 eine positive Korrelation von 0,35 auf. Das klingt zunächst moderat, doch beunruhigend ist die Entwicklung während der Kurseinbrüche in diesem Jahr: Die Korrelation steigt dann stark an, sodass Anleger mit Verlusten in ihrem gesamten Portfolio konfrontiert sind.
Hintergrund: Warum die alte Absicherung nicht mehr funktioniert
In der Vergangenheit galten Aktien und Anleihen als klassisches Absicherungspaar. Fielen die Aktienkurse, stiegen in der Regel die Anleihekurse – und umgekehrt. Diese negative Korrelation bot Anlegern einen natürlichen Schutz. Doch dieses Verhältnis hat sich in den letzten Jahren mehrfach verschoben, insbesondere in Phasen hoher Inflation oder unsicherer Geldpolitik.
Die aktuellen Daten für 2026 bestätigen diesen Trend: Mit einer positiven Korrelation von 0,35 zwischen S&P 500 und langlaufenden US-Staatsanleihen verlieren beide Anlageklassen gleichzeitig an Wert, wenn die Märkte unter Druck geraten. Das macht herkömmliche Mischportfolios anfälliger.
Die Bull-Call-Spread-Strategie im Ölmarkt
Eine Alternative bietet der USO-ETF, der die Entwicklung des Rohölpreises abbildet. Eine Bull-Call-Spread-Strategie auf diesen ETF ermöglicht es Anlegern, von steigenden Ölpreisen zu profitieren, gleichzeitig aber das Verlustrisiko zu begrenzen. Der Spread besteht aus dem Kauf einer Call-Option und dem gleichzeitigen Verkauf einer weiteren Call-Option mit einem höheren Ausübungspreis.
Diese Strategie eignet sich besonders in einem Umfeld, in dem traditionelle Absicherungen versagen. Öl als Rohstoff reagiert oft unabhängig von Aktien- und Anleihemärkten und kann daher zur Diversifikation beitragen. Allerdings birgt auch diese Strategie Risiken, insbesondere wenn die Ölpreise entgegen der Erwartung fallen.
Fazit für deutsche Anleger
Die zunehmende Gleichläufigkeit von Aktien und Anleihen stellt Anleger vor neue Herausforderungen. Wer sein Portfolio gegen Verluste absichern möchte, sollte alternative Strategien in Betracht ziehen. Der Bull-Call-Spread auf den USO-ETF ist ein möglicher Ansatz, der jedoch eine genaue Marktbeobachtung und ein Verständnis der Optionsmechanik erfordert. Wie bei allen derivativen Strategien gilt: Die Risiken müssen sorgfältig abgewogen werden.
