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Britischer Finanzminister fordert beim IWF mehr Haushaltsdisziplin

John Healey reist zur IWF-Jahrestagung nach Bangkok und mahnt große Volkswirtschaften zur Kontrolle ihrer Kreditaufnahme.

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Britischer Finanzminister fordert beim IWF mehr Haushaltsdisziplin

Der britische Finanzminister John Healey reist diese Woche zur Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) nach Bangkok – und bringt eine klare Botschaft mit: Große Volkswirtschaften müssen ihre Kreditaufnahme unter Kontrolle bringen. Es ist Healeys erste Teilnahme an der IWF-Jahrestagung, bei der er mit ausländischen Amtskollegen zusammentreffen wird. Im Mittelpunkt steht dabei die Forderung nach glaubwürdigen Haushaltsplänen.

„Ich werde mit unseren internationalen Partnern zusammenarbeiten, um den Handel im Fluss zu halten, Familien und Unternehmen zu unterstützen und die britische Wirtschaft stärker und widerstandsfähiger zu machen", erklärte Healey in einer offiziellen Mitteilung seines Büros. Damit schließt er sich Forderungen an, die bereits in der vergangenen Woche von IWF-Direktorin Kristalina Georgieva und dem Gouverneur der Bank of England, Andrew Bailey, erhoben wurden.

IWF-Jahrestagung unter dem Schatten geopolitischer Krisen

IWF und Weltbank halten ihre gemeinsame Jahrestagung in der thailändischen Hauptstadt Bangkok ab. Finanzminister und Zentralbankchefs aus aller Welt beraten dort über die Auswirkungen des sich ausweitenden Krieges im Nahen Osten sowie dessen Effekte auf Energiepreise und Inflation. Die geopolitischen Spannungen belasten die globalen Finanzmärkte spürbar.

In der vergangenen Woche erreichten die Kreditkosten der großen Volkswirtschaften den höchsten Stand seit Jahrzehnten. Anleger zeigen sich besorgt über die durch den Krieg zwischen den USA und dem Iran verursachte Inflation, die hohe Staatsverschuldung sowie die Notwendigkeit höherer Zinssätze. Diese Gemengelage erhöht den Druck auf Regierungen weltweit, ihre Haushalte zu konsolidieren.

Healey wird in Bangkok unter anderem mit dem ukrainischen Finanzminister Serhij Martschenko zusammentreffen, um über wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit zu sprechen. Großbritannien hat die Ukraine seit Kriegsbeginn wirtschaftlich und militärisch unterstützt, weshalb diesem bilateralen Gespräch besondere Bedeutung zukommt.

Healeys erster Haushalt: Steuererhöhungen unvermeidlich?

Parallel zur internationalen Bühne steht Healey innenpolitisch unter erheblichem Druck. Am 28. Oktober legt er seinen ersten Jahreshaushalt vor und hat dabei Haushaltsdisziplin als oberste Prämisse angekündigt. Höhere Zinskosten für Staatsschulden, steigende Verteidigungsausgaben und der Wunsch nach Senkung der Energiekosten zwingen ihn zu schwierigen Entscheidungen.

Das britische Institute for Fiscal Studies (IFS) hat die Lage konkret beziffert: Demnach benötigt Healey Steuererhöhungen in Höhe von 36 Milliarden Pfund, um die durch höhere Inflation verursachte Erosion der Regierungshaushalte vollständig auszugleichen und zusätzliche Verteidigungsausgaben zu finanzieren. Das entspräche einer Erhöhung des Regelsatzes der Einkommensteuer um drei Prozentpunkte – eine politisch heikle Maßnahme.

Healeys Auftreten beim IWF verdeutlicht, dass Haushaltsdisziplin derzeit nicht nur ein britisches, sondern ein globales Thema ist. Die Kombination aus geopolitischen Risiken, hoher Staatsverschuldung und steigenden Zinsen stellt Regierungen weltweit vor strukturelle Herausforderungen, die kurzfristige Lösungen kaum zulassen.

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