Britische Hauspreise fallen im März wegen Iran-Krieg-Unsicherheit
Halifax meldet unerwarteten Rückgang: Geopolitische Spannungen und steigende Hypothekenzinsen bremsen den britischen Immobilienmarkt.

Die britischen Hauspreise sind im März unerwartet gesunken. Der Hypothekenfinanzierer Halifax meldete am Mittwoch einen monatlichen Rückgang von 0,5 Prozent – nach einem Anstieg von 0,3 Prozent im Februar. Ökonomen hatten laut einer Reuters-Umfrage hingegen ein Plus von 0,1 Prozent erwartet.
Als Hauptursache nennt Halifax die wirtschaftliche Unsicherheit infolge des Iran-Krieges. Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten haben die Nachfrage der Käufer spürbar belastet und die zu Jahresbeginn beobachtete Marktdynamik abgewürgt.
Energiepreise treiben Inflationserwartungen nach oben
Amanda Bryden, Leiterin der Hypothekenabteilung bei Halifax, erläuterte die Hintergründe: „Die jüngste Verlangsamung auf dem Immobilienmarkt spiegelt die große Unsicherheit hinsichtlich des Konflikts im Nahen Osten wider." Sorgen über höhere Energiepreise hätten die Inflationserwartungen nach oben getrieben, was wiederum zu einem Anstieg der Hypothekenzinsen geführt habe.
Bryden weiter: „Dies minderte die Zuversicht, dass die Leitzinsen in diesem Jahr gesenkt werden, und dämpfte die zu Jahresbeginn beobachtete Dynamik am Markt." Steigende Hypothekenzinsen sind für potenzielle Käufer ein erhebliches Hindernis, da sie die monatliche Belastung bei der Finanzierung einer Immobilie direkt erhöhen.
Im Jahresvergleich legte der Halifax-Hauspreisindex zwar noch um 0,8 Prozent gegenüber März 2025 zu. Allerdings lagen die Erwartungen der Analysten auch hier deutlich höher – bei einem jährlichen Plus von 1,5 Prozent. Der tatsächliche Wert verfehlt die Prognose damit erheblich.
Widerspruch zu Nationwide-Daten
Bemerkenswert ist, dass die Halifax-Zahlen im klaren Widerspruch zu den Daten des Konkurrenten Nationwide stehen. Nationwide hatte für den März einen deutlichen Anstieg der britischen Hauspreise gemeldet. Solche Abweichungen zwischen den beiden großen britischen Hypothekenfinanzierern sind nicht ungewöhnlich, da beide unterschiedliche Methoden und Datensätze verwenden.
Für deutsche Anleger und Beobachter des europäischen Immobilienmarktes sind die britischen Daten ein wichtiges Signal. Die Kombination aus geopolitischer Unsicherheit, steigenden Energiepreisen und höheren Zinsen – Faktoren, die auch den deutschen Markt belasten – zeigt, wie empfindlich Immobilienmärkte auf externe Schocks reagieren können.
Die Entwicklung in Großbritannien verdeutlicht zudem, wie eng Immobilienpreise mit der Geldpolitik verknüpft sind. Solange Hoffnungen auf baldige Leitzinssenkungen schwinden, dürfte der Gegenwind für den britischen Häusermarkt anhalten.
