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Brent-Öl peilt 110 Dollar an – Straße von Hormus im Fokus

Knappes Angebot und geopolitische Spannungen zwischen den USA und dem Iran treiben den Ölpreis weiter nach oben.

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Brent-Öl peilt 110 Dollar an – Straße von Hormus im Fokus

Die Rohölpreise stehen weiter unter Aufwärtsdruck. Brent-Rohöl nähert sich der Marke von 110 US-Dollar pro Barrel, nachdem der Preis in der vergangenen Woche bereits die wichtige Schwelle von 100 Dollar überwunden hat. Im Mittelpunkt des Marktgeschehens steht die Straße von Hormus – eine der bedeutendsten Schifffahrtsrouten der Welt für Energielieferungen.

Hintergrund der aktuellen Lage ist das anhaltende Patt zwischen den USA und dem Iran. Berichte, unter anderem vom US-Nachrichtenportal Axios, deuten darauf hin, dass der Iran einen neuen Vorschlag zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus unterbreitet hat. Analysten werten dies als vorsichtigen Schritt nach vorn – von einem echten Durchbruch ist man jedoch weit entfernt.

Das Wochenende brachte weitere Rückschläge für eine diplomatische Annäherung. US-Präsident Donald Trump stoppte die geplante Entsendung seines Sonderbeauftragten Steve Witkoff und Jared Kushner zu Gesprächen mit dem Iran in Pakistan. Grund: Der iranische Außenminister Araghchi hatte Islamabad verlassen, ohne einem Treffen mit US-Vertretern zuzustimmen.

Geopolitische Risikoprämie fest im Preis verankert

Die Lage in der Meerenge bleibt angespannt. Jüngste Vorfälle – darunter Tankerbeschlagnahmungen und verstärkte militärische Aktivitäten – haben die geopolitische Risikoprämie im Ölpreis weiter gefestigt. Teheran signalisiert keine Bereitschaft zur Annäherung, solange die Seeblockade besteht. Washington hält seinerseits seine Unterhändler zurück.

Für den Ölmarkt sind dabei nicht Worte, sondern physische Bewegungen entscheidend: Solange der Zugang durch die Straße von Hormus eingeschränkt bleibt, dürfte die Risikoprämie nicht schwinden. Die Weltwirtschaft ist nach wie vor stark von den Energieströmen aus dem Persischen Golf abhängig – was die strategische Bedeutung der Meerenge unterstreicht.

Zwar könnte ein erhöhtes Angebot aus anderen Regionen wie den USA oder Russland etwas Entlastung bringen. Doch Experten gehen davon aus, dass eine mögliche Nachfrageanpassung durch Rationierung oder geringeren Verbrauch die Versorgungslücke nicht vollständig schließen wird. Je länger die Störungen andauern, desto ausgeprägter wird das Ungleichgewicht auf dem Markt.

Technisches Bild zeigt klar nach oben

Aus charttechnischer Sicht bleibt der Aufwärtstrend bei Brent intakt. Seit dem Durchbruch über die 100-Dollar-Marke am vergangenen Dienstag hat sich der technische Bias auf die bullishe Seite verschoben. Kurzfristige Rücksetzer wurden bislang konsequent als Kaufgelegenheiten genutzt.

Als erste Unterstützungszone gilt der Bereich zwischen 107,35 und 107,45 Dollar – die Hochs vom vergangenen Donnerstag und Freitag. Darunter liegen weitere Unterstützungsniveaus bei rund 103,50 Dollar sowie bei der runden Marke von 100 Dollar pro Barrel.

Auf der Oberseite gibt es bis zur Marke von 110 Dollar kaum nennenswerten Widerstand. Sollte diese Zone überwunden werden, rückt das nächste wichtige Niveau bei 111 Dollar in den Fokus. Danach verlagert sich der Blick auf 115 Dollar und schließlich auf 120 Dollar – Niveaus, die bei einer Fortsetzung der aktuellen Lage durchaus erreichbar erscheinen.

  • Erste Unterstützung: 107,35–107,45 Dollar
  • Weitere Unterstützung: 103,50 Dollar und 100 Dollar
  • Nächster Widerstand: 110 Dollar, danach 111 Dollar
  • Mittelfristige Ziele: 115 Dollar und 120 Dollar

Solange kein klares tieferes Tief und kein Umkehrmuster erkennbar sind, bleibt der Weg des geringsten Widerstands für Rohöl nach oben gerichtet. Ein nachhaltiger Rückgang der Ölpreise würde nach Einschätzung von Marktbeobachtern eine ordnungsgemäße Wiedereröffnung der Straße von Hormus und eine Rückkehr zu normalen Schifffahrtsströmen erfordern.

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