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BOJ-Chef Ueda dämpft Erwartungen auf Zinserhöhung im April

Gouverneur Kazuo Ueda vermeidet klare Signale für April-Zinsschritt und verweist auf wirtschaftliche Unsicherheiten und niedrige Realzinsen.

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BOJ-Chef Ueda dämpft Erwartungen auf Zinserhöhung im April

Der Gouverneur der Bank of Japan (BOJ), Kazuo Ueda, hat auf einer Pressekonferenz am Rande der IWF-Tagungen in Washington bewusst keine Hinweise auf eine bevorstehende Zinserhöhung im April gegeben. Stattdessen betonte er die nach wie vor niedrigen Realzinsen Japans sowie die robusten Unternehmensgewinne. Die Märkte reagierten prompt: Die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung bei der BOJ-Sitzung am 27. und 28. April sank auf rund 10%.

Ueda verwies auf einen „negativen Angebotsschock" als Treiber der steigenden Inflation in Japan – ein geldpolitisch schwieriger zu handhabender Faktor als eine nachfragegetriebene Preissteigerung. „Gleichwohl möchte ich anmerken, dass Japans Realzins derzeit bis in den mittelfristigen Bereich der Renditekurve niedrig ist", sagte Ueda. „Wir müssen auch die Tatsache berücksichtigen, dass das finanzielle Umfeld in Japan akkommodierend ist."

Markterwartungen brechen ein

Die Aussagen des BOJ-Chefs enttäuschten jene Marktteilnehmer, die auf eine baldige Straffung der Geldpolitik gesetzt hatten. Noch Anfang April hatten die Märkte eine rund 70-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im April eingepreist – bevor diese Erwartung auf 30% einbrach. Nach Uedas Äußerungen in Washington fiel die Wahrscheinlichkeit weiter auf etwa 10%.

Kazutaka Maeda, Ökonom am Meiji Yasuda Research Institute, brachte es auf den Punkt: „Bei den letzten Zinserhöhungen gab die BOJ Hinweise, um den Boden für einen Kurswechsel zu bereiten. Dass es heute keinen solchen Hinweis gab, bedeutet, dass eine Erhöhung im April wohl vom Tisch ist." Bereits am 13. April hatte Ueda in einer Rede keine klaren Signale für einen unmittelbar bevorstehenden Kurswechsel gesendet und stattdessen die wirtschaftlichen Risiken durch den Nahostkonflikt hervorgehoben.

Nahostkonflikt und Ölpreise als Unsicherheitsfaktoren

Nach den Treffen der G7- und G20-Finanzspitzen am Rande der IWF-Tagungen erklärte Ueda, viele politische Entscheidungsträger seien der Ansicht, dass die Unsicherheit infolge des Nahostkonflikts hoch bleibe. Steigende Rohölpreise würden Japans Terms of Trade verschlechtern und der Wirtschaft schaden. Dieser Druck müsse jedoch gegen die robusten Unternehmensgewinne und den Wachstumsschub durch staatliche Konjunkturmaßnahmen abgewogen werden.

„Wenn sich die Wirtschaft verlangsamt, würde dies die Preise unter Abwärtsdruck setzen. Andererseits würden steigende Rohölpreise über die Inflationserwartungen einen Aufwärtsdruck auf die Kerninflation ausüben", erläuterte Ueda. Die BOJ werde bei jeder geldpolitischen Sitzung datenabhängig entscheiden, betonte er: „Unsere Entscheidung wird auf der Wahrscheinlichkeit basieren, mit der unsere Prognosen eintreten, sowie auf den Risiken."

Historischer Kurswechsel der BOJ im Jahr 2024

Zum Hintergrund: Die Bank of Japan beendete im Jahr 2024 ein jahrzehntelanges, massives Stimulierungsprogramm und hob die Zinsen schrittweise an. Im Dezember trieb sie die Kreditkosten auf ein 30-Jahres-Hoch von 0,75% – in der Überzeugung, dass Japan nachhaltige Fortschritte bei der Erreichung seines Inflationsziels von 2% erziele. Ueda hat seither wiederholt die grundsätzliche Bereitschaft der BOJ betont, die Zinsen weiter anzuheben, sofern Wirtschaft und Preise mit den Prognosen Schritt halten.

Für deutsche Anleger und Beobachter der globalen Geldpolitik ist die Haltung der BOJ von besonderer Bedeutung: Der japanische Yen und die Zinspolitik Tokios beeinflussen internationale Kapitalströme und damit auch die Finanzmärkte in Europa. Ein weiteres Abwarten der BOJ dürfte den Yen vorerst unter Druck halten und Carry-Trades in japanischer Währung attraktiv bleiben lassen.

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