BofA erwartet weitere Zinssenkung in Polen bis 2026
Die Bank of America rechnet mit einer zusätzlichen Zinssenkung der polnischen Zentralbank im Frühjahr 2026. Grund ist die rückläufige Inflation, die im Dezember unter das Zielband fiel.

Die Bank of America hat ihre Prognose für die Geldpolitik der Polnischen Nationalbank (NBP) angepasst. Das US-Finanzinstitut erwartet nun eine weitere Zinssenkung um 25 Basispunkte im Frühjahr 2026, wodurch der Leitzins auf 3,75 Prozent fallen würde.
Inflation sinkt unter Zielmarke
Ausschlaggebend für die revidierte Einschätzung ist die deutlich rückläufige Teuerungsrate in Polen. Die Gesamtinflation sank im Dezember im Jahresvergleich auf 2,4 Prozent und liegt damit erstmals seit längerem unter dem Zielwert der Zentralbank. Diese Entwicklung schafft Spielraum für eine weitere geldpolitische Lockerung.
BofA-Ökonomin Mai Doan geht davon aus, dass die NBP bei ihrer anstehenden Sitzung am 14. Januar die Zinsen zunächst unverändert bei 4,0 Prozent belassen wird. Die Marktpreise deuten allerdings auf eine mögliche Senkung um 11 Basispunkte bei diesem Treffen hin, was auf unterschiedliche Erwartungen der Marktteilnehmer hinweist.
Vorsichtiger Lockerungskurs erwartet
Der verbesserte Inflationsausblick gibt der polnischen Zentralbank mehr Handlungssicherheit für eine behutsame Fortsetzung des Lockerungszyklus. Besonders positiv wertet die Bank of America, dass die Inflationserwartungen trotz der sinkenden Teuerung weitgehend stabil verankert bleiben.
Die Märkte werden die Zinsentscheidung am 14. Januar genau beobachten, um Hinweise auf den zeitlichen Ablauf künftiger Zinsanpassungen zu erhalten. Polen steht damit vor einer Phase vorsichtiger geldpolitischer Normalisierung, die das Wirtschaftswachstum unterstützen könnte, ohne die Preisstabilität zu gefährden.
